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APG-Naturschutztagung 2026

APG-Naturschutztagung 2026 setzt auf Dialog und neue Lösungsansätze

Wie lassen sich Energiewende, Versorgungssicherheit und Biodiversität wirksam miteinander verbinden? Mit dieser zentralen Frage beschäftigten sich rund 100 Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Wissenschaft, NGOs und Wirtschaft bei der Naturschutztagung der Austrian Power Grid (APG), die am 19./20. Mai in Lienz stattfand. Im Fokus standen innovative Ansätze, wie Infrastrukturflächen sicher und effizient betrieben und gleichzeitig ökologisch aufgewertet werden können.

„Natur auf Zeit“: Freiwilliges Engagement ermöglichen

Zum Auftakt der Tagung wurde deutlich: Energieinfrastruktur und Natur können einander ergänzen, ungenutzte Unternehmensflächen weit mehr sein als rein funktionale Räume – sie bieten die Chance, Rückzugsräume zu schaffen, Trittsteinbiotope zu entwickeln und ökologische Korridore zu stärken. 

Ein zentrales Thema der Tagung war der noch wenig etablierte Ansatz „Natur auf Zeit“. Darunter versteht man die zeitlich befristete ökologische Aufwertung von Flächen, ohne dass dadurch die spätere rechtmäßige Nutzung dauerhaft eingeschränkt wird. Gerade ungenutzte oder nur eingeschränkt genutzte Unternehmensflächen können auf diese Weise vorübergehend wertvolle Lebensräume schaffen – etwa für Blühpflanzen, Pionierarten, Insekten, Amphibien oder spezialisierte Vogelarten. Unternehmen müssen darauf vertrauen können, dass sie Flächen später wieder entsprechend ihrer betrieblichen Erfordernisse nutzen können, ohne durch zwischenzeitlich entstandene naturschutzfachliche Aufwertungen eingeschränkt zu werden. In Bayern und Niederlande bestehen bereits entsprechende rechtliche Lösungen, in Österreich gewinnt das Thema erst seit Kurzem an Aufmerksamkeit. 

Praxis, Regulierung und innovative Pflegekonzepte

Weitere Programmpunkte widmeten sich der Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung sowie konkreten Praxisbeispielen. Vorgestellt wurden unter anderem Pflegekonzepte, mit denen Infrastrukturflächen ökologisch aufgewertet und gleichzeitig betrieblich effizient bewirtschaftet werden können.

Etwa in Form der Trassenpflege mithilfe von Schafen und Ziegen: Durch den Einsatz von Weidetieren können Lebensraumstrukturen gezielt erhalten oder geschaffen und die Vielfalt von Flora und Fauna gestärkt werden. Ein weiteres Beispiel für gezieltes Habitatmanagement ist die Errichtung von Fischwanderhilfen. Naturnahe Umgehungsgewässer ermöglichen Fischen eine sichere Wanderung und schaffen zugleich neue Laich- und Rückzugsräume.

Spürhunde & Flussaufweitung

Ebenfalls am Programm standen zwei spannende Exkursionen, die erste stellte die Arbeit des Vereins Naturschutzhunde vor. Speziell trainierte Hunde sind nicht nur aus der Polizeiarbeit bekannt. Auch im Naturschutz können sie wertvolle Dienste leisten – etwa bei der Suche nach Tierarten, Nestern oder Spuren. Diese Methode ermöglicht besonders präzise und effiziente Erhebungen und kann dazu beitragen, Lebensräume möglichst störungsarm zu untersuchen. Großes Potenzial bieten Monitoring- und Schutzmaßnahmen. Ausgebildete Hunde können etwa eingesetzt werden, um bei der Kartierung von Trassen Fledermäuse aufzuspüren.

Die zweite Exkursion führte in das Europaschutzgebiet Obere Drau 2 in Obergottesfeld (Kärnten), das zu den bedeutendsten naturnahen Flusslandschaften Österreichs zählt. Die Obere Drau gilt als Vorzeigebeispiel für gelungene Renaturierung und nachhaltige Flussraumbewirtschaftung.

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