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PCI– und PMI-Projekte

PCI - Projekte von gemeinsamem europäischem Interesse

PMI - Projekte von gegenseitigem, europäischem Interesse

Die Europäische Union hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent zu werden. Diese politische Ambition wurde durch die VERORDNUNG (EU) 2021/1119 („Europäischen Klimagesetz“) auch rechtlich verankert. 

Dabei geht es darum, langfristig und nachhaltig aus fossilen Energieträgern auszusteigen, und gleichzeitig die Versorgungssicherheit, die Lebensqualität und die Qualität des Wirtschaftsstandortes Europa aufrechtzuerhalten. 

Die Verordnung (EU) 2022/869 („TEN-E-Verordnung“) bildet den Rechtsrahmen für die Energieinfrastrukturplanung auf europäischer Ebene, die Auswahl von PCI und PMI sowie die Erleichterung und Beschleunigung der Durchführung von PCI und PMI.

In der TEN-E-Verordnung wurden elf vorrangige, geografische Infrastrukturkorridore von strategischer Bedeutung für die Bereiche Strom, Offshore-Netze, Wasserstoff und Elektrolyseure sowie drei unionsweite, vorrangige thematische Gebiete für die Infrastruktur (intelligente Stromnetze, intelligente Gasnetze und grenzüberschreitende Kohlendioxidnetze) festgelegt. 

Die TEN-E-Verordnung sieht ein offenes, transparentes und inklusives Verfahren für die Ermittlung der PCI-Projekte vor, die maßgeblich zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Vorgaben der Union, insbesondere zur Integration von erneuerbaren Energiequellen, beitragen. Zudem werden in der TEN-E-Verordnung eine Reihe von Maßnahmen genannt, mit denen die rechtzeitige Durchführung der PCI und PMI sichergestellt werden soll, darunter: 

  • Eine größere Transparenz und eine stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit; 

  • Ein beschleunigtes und strafferes Genehmigungsverfahren, etwa durch eine verbindliche Dreieinhalbjahresfrist für diese Verfahren;

  • Eine einzige zuständige nationale Behörde, die als zentrale Anlaufstelle für die Genehmigungsverfahren fungiert; 

  • Die Möglichkeit der Beantragung von EU-Fördermittel aus der „Connecting Europe Facility“ (CEF).

Folgende APG-Projekte wurden als „Projekte von gemeinsamem Interesse (PCI)" anerkannt und finden sich auf der zweiten PCI/PMI-Liste (entspricht mittlerweile der 7. Unionsliste seit 2013) der Europäischen Kommission, welche am 29.04.2026 in Kraft getreten ist. Alle PCI/PMI-Projekte können auf einer interaktiven Karte der Europäischen Kommission betrachtet werden.

Deutschlandleitung: St. Peter (AT) – Isar (DE) // St. Peter (AT) – Pleinting (DE)

Mit der 380-kV-Deutschlandleitung St. Peter – Staatsgrenze und, in Kooperation mit dem deutschen Partner-TSO TenneT, weiter bis zu den deutschen Umspannwerken Isar und Pleinting, wird eine Erhöhung und Leistungssteigerung der Kuppelkapazitäten mit Deutschland einhergehen. Eine leistungsstarke Verbindung zwischen den Märkten stärkt wechselseitig die Interkonnektivität und die Versorgungssicherheit in beiden Ländern. Die Verstärkung der grenzüberschreitenden Kapazität erweitert gleichzeitig die Handelsmöglichkeiten in Zentral- und Gesamt-Europa, indem insbesondere die erneuerbare Energieerzeugung aus Deutschland mit den Lastzentren und Pumpspeicherkraftwerken in Österreich bzw. ganz Zentraleuropa besser angebunden werden.

Eckdaten St. Peter-Isar:

  • PCI/PMI Code: 2.1.1

  • TYNDP24 Nummer: TR 313

  • NEP25 Nummer: 11-7

Eckdaten St. Peter-Pleinting:

  • PCI/PMI Code:2.1.4

  • TYNDP24 Nummer: TR 187

  • NEP25 Nummer: 11-7

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Verstärkung Westtirol – Zell/Ziller

Das UW Westtirol stellt einen wichtigen Netzknoten des APG-Übertragungsnetzes in West-Österreich dar. Die sog. „Inntal-Achse“ mit der Verbindung zwischen den Umspannwerken Zell/Ziller und Westtirol und deren Fortsetzung über dem Arlberg sowie die Kuppelleitungen mit Deutschland und mit der Schweiz stellen das APG-Übertragungsnetz im Westen Österreichs dar. Über die Inntal-Achse erfolgt zukünftig die leistungsfähige Anbindung an den geplanten 380-kV-Ring. Durch die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Leitung Westtirol – Zell/Ziller werden wichtige Voraussetzungen geschaffen, um die Netzintegration der Erneuerbaren, die Anbindung der regionalen Pumpspeicherkraftwerke und die Marktentwicklung voranzutreiben. Eine leistungsfähige Inntal-Achse bildet mit dem österreichischen 380-kV-Ring und dessen Anbindungen an die Übertragungsnetze der europäischen Partner-Übertragungsnetzbetreiber, einen wesentlichen Baustein des APG-Zielnetzes und zur zukünftigen Aufrechthaltung der Versorgungssicherheit in Österreich.

Eckdaten:

  • PCI / PMI Code: 2.1.3

  • TYNDP24 Nummer: TR 1054

  • NEP25 Nummer: 14-3

Erneuerung Südverbindung Lienz

Um eine ganzjährig sichere Stromversorgung und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts insbesondere im Süd-Westen Österreichs auch für die nächsten Generationen zu gewährleisten, wird die vor rund 70 Jahren in Betrieb genommene 220-kV-Leitung der APG vom Umspannwerk Lienz bis zur italienischen Staatsgrenze erneuert. Dies geschieht zum größten Teil standortident auf der bestehenden Trasse, es wird aber auch Optimierungen hinsichtlich des Abstands zu Anrainern, zu Entwicklungsbieten der Gemeinden sowie möglichen Naturgefahren geben.

Bei der Erneuerung der Leitung werden die bestehenden Leiterseile (Einfach-Seile) durch moderne 2er-Bündel ersetzt, wodurch die Übertragungsleistung der Leitung erhöht und gleichzeitig das Korona-Geräusch (das Knistern einer Stromleitung) merklich reduziert wird. Die Spannungsebene der Leitung von 220 Kilovolt wird beibehalten. Die bauliche Umsetzung des Projekts ist von 2027 bis 2031 geplant. Die geplante, leistungsstärkere Verbindung stärkt die Versorgungssicherheit im Süden Österreichs und wirkt sich positiv auf die regionale Marktintegration von Erneuerbaren und Speichern aus. 

Eckdaten:

  • PCI/PMI Code: 2.8

  • TYNDP24 Nummer: TR 375

  • NEP25 Nummer: 19-3

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Netzraum Kärnten

Mit der geplanten Verbindung zwischen Lienz (Osttirol) und Obersielach (Kärnten) wird das 380-kV-Netz der APG im Süden Österreichs geschlossen. Die neue Verbindung ist wesentlich, um die sichere Stromversorgung in Kärnten, Osttirol und Österreich zu gewährleisten. Die neue kapazitätsstarke Verbindung stärkt darüber hinaus den Wirtschafts-, Industrie- und Tourismusstandort und stellt damit eine nachhaltige Stromversorgung für ganz Kärnten zur verfügbar. Das Projekt spielt darüber hinaus eine zentrale Rolle für das Gelingen einer versorgungssicheren Energiewende in Österreich, indem die weitere Integration von erneuerbaren Energien und der Pumpspeichern ermöglicht wird. Das Projekt Netzraum Kärnten ist ein Kooperationsprojekt von Austrian Power Grid (APG) und Kärnten Netz (KNG-Kärnten Netz).

Eckdaten:

  • PCI/PMI Code: 2.15

  • TYNDP24 Nummer: TR 1052

  • NEP25 Nummer: 11-14

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St. Peter - Dürnrohr / Weinviertel (NÖ)

Der Stromtransportbedarfskorridor zwischen Dürnrohr und St. Peter stellt einen wesentlichen Baustein zur Erhöhung der Ost-West-Übertragungskapazität im nördlichen Bereich des APG-Netzes dar. Die bestehenden 380-kV- und 220-kV-Leitungen entlang der sogenannten „Donauschiene“ sind bereits heute sehr hoch belastet und stoßen zunehmend an die Grenzen der Transportkapazität bzw. (n-1)-Sicherheit. Zudem liegen Im Netzraum zahlreiche Netzzutrittsanfragen von Verteilnetzbetreibern, Industriekunden und weiteren Flexibilitätsquellen vor. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der industriellen Transformation in den Sektor Strom und auf Dekarbonisierungen im Raum Oberösterreich. 

Dieses Projekt dient der Sicherstellung der Versorgungssicherheit, der Marktintegration von Erneuerbaren Energien, dem Anschluss von Flexibilitätsquellen und zur weiteren Elektrifizierung von Verbrauchern. 

Eckdaten:

  • PCI/PMI Code: 2.18

  • TYNDP24 Nummer: TR 1140

  • NEP25 Nummer: 25-11

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