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15.06.2023

APG: Umspannwerk Ernsthofen – Megaprojekt für die sichere Stromversorgung

APG investiert 150 Millionen Euro in Modernisierung des Umspannwerks Ernsthofen und spart bei der Stahlbauanlieferung mittels Zug 97% CO2.

Das Umspannwerk Ernsthofen ist eines der größten und für die österreichische Stromversorgung wichtigsten im Netz der APG. In diesem Netzknoten laufen wichtige überregionale und regionale Versorgungsleitungen zusammen.

Aufgrund der langen Betriebsdauer seit den 1940er Jahren ist eine umfassende Modernisierung der 110-kV und 220-kV-Schaltanlagen notwendig, um die sichere Stromversorgung in der Region auch für nächste Generationen zu gewährleisten und den Anforderungen der Energiezukunft gerecht zu werden. 

Generalerneuerung für die sichere Stromversorgung

Die Modernisierung der 110-kV-Anlage startete 2017 und wurde Ende 2022 bereits erfolgreich abgeschlossen. Hierfür investierte die APG allein 50 Millionen Euro. Aktuell laufen die Bauvorbereitungen für die Generalerneuerung der 220-kV-Schaltanlage, in welche die APG rund 100 Millionen Euro investiert. „Allein dieser Anlagenteil zieht sich über eine Fläche von 71.000m², das entspricht in etwa 10 Fußballfeldern. Zusätzlich werden rund 22.000 m² für die Errichtung für Provisorien, Containerdorf und Lagerplätze benötigt“, beschreibt Jürgen Pilgerstorfer, Projektleiter der APG, die Dimensionen des Projekts. 

Darüber hinaus werden bis zur Projektfertigstellung 2029 insgesamt drei neue 220/110-kV-Großtransformatoren im Umspannwerk Ernsthofen errichtet – der erste ging bereits im Sommer 2022 in Betrieb. In Summe sorgen nach Projektende zehn dieser leistungsstarken Transformatoren für eine sichere Stromversorgung in der Region und ganz Österreich. 

Zug-Transport für den Klimaschutz

Insgesamt werden für das Projekt ca. 30.000m3 Beton, 110.000m3 Erdbewegung und 1.400 Tonnen Stahl benötigt. Bisher war es üblich diese Stahlmengen über LKWs zu transportieren, was ineffizient war und die Umwelt mit hohen CO2 Emissionen belastete. Dadurch, dass das Umspannwerk Ernsthofen einen Gleisanschluss besitzt, wurde nun der Antransport erstmals mittels Zuges durchgeführt. Dadurch konnten weitaus höhere Mengen Sahl auf einmal transportiert und gleichzeitig die CO2 Emissionen deutlich reduziert werden. 

Beim letzten 87 Tonnen Stahltransport ins Umspannwerk Ernsthofen konnte die APG im Vergleich zum herkömmlichen Transportverfahren fast 97 Prozent CO2 einsparen. Zum Schutz der Umwelt werden in den kommenden Jahren noch drei weitere Stahllieferungen mit insgesamt rund 1.400 Tonnen Stahl ins Umspannwerk Ernsthofen per Zug durchgeführt. 

Wesentliche Bedeutung für die Region und ganz Österreich

„Das Umspannwerk Ernsthofen ist die energiewirtschaftliche Verbindung zwischen Niederösterreich und Oberösterreich und gerade der Großraum Linz ist eine zentrale Region für die österreichische Wirtschaft und Industrie. Auch der überregionale Transport von überschüssiger Windenergie aus dem Osten Österreichs zu den Pumpspeicherkraftwerken in den Alpen läuft über diese Strominfrastruktur. Darüber hinaus ist dieser Kapazitätsbedarf an Strom auch durch die zunehmende Elektrifizierung aller anderen Sektoren von höchster Priorität“, erklärt Christoph Schuh, Unternehmenssprecher der APG.

APG investiert insgesamt 150 Millionen Euro in das Megaprojekt, um die sichere Stromversorgung, die Elektrifizierung von Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft und somit das Gelingen der Energiewende zu ermöglichen. Durch die Maßnahmen am Standort wird die Transportkapazität und -fähigkeit im gesamten APG-Netz verbessert. Stark schwankende Energieflüsse können von der APG damit besser gesteuert werden, wodurch die Versorgungssicherheit nicht nur in der Region, sondern für ganz Österreich erhöht wird. 

Die Arbeiten haben 2017 gestartet und werden 2029 abgeschlossen. Durch den Einsatz aufwändiger Hochspannungsprovisorien bleibt die Stromversorgung auch während der Umbauarbeiten durchgehend gewährleistet.

Zeitgerechte Umsetzung aller Investitionsprojekte Schlüssel für die versorgungssichere Energiewende

Das Projekt in Ernsthofen ist eines der wichtigsten im Bereich Umspannwerke des insgesamt 46 Netzausbauprojekte umfassenden aktuellen APG-Netzentwicklungsplans bis 2032. Deren zeitgerechte Umsetzung ist Voraussetzung für die versorgungssichere Transformation des Energiesystems. Daher fordert die APG 

  • eine umfassende, abgestimmte Gesamtsystemplanung,
  • die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren,
  • den Schutz von Planungs- und Bestandstrassen,
  • die Ausstattung der Behörden mit genügend Ressourcen 
  • sowie eine gesicherte Finanzierung durch ein modernes Regulierungssystem

Investitionen in ein nachhaltig sicheres Energiesystem

Investitionen wie diese sind notwendig, um eine sichere Stromversorgung auch unter den Anforderungen der Energiezukunft gewährleisten zu können. „APG investiert bis 2032 3,5 Milliarden Euro – davon 490 Millionen Euro 2023 – in die heimische Strominfrastruktur. Nur durch eine zeitgerechte Umsetzung all dieser Investitionsprojekte kann die versorgungssichere Energiewende bzw. die notwendige Elektrifizierung aller gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und industriellen Prozesse im Sinne unserer Generationenverantwortung gelingen“, so Schuh abschließend.

 

Über Austrian Power Grid (APG)

Als unabhängiger Übertragungsnetzanbieter verantwortet Austrian Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die erneuerbaren Energien, sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem Strom für Österreichs Konsument:innen und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.400 km, welches das Unternehmen mit einem Team von rund 733 Spezialist:innen betreibt, instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst. Auch 2022 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 490 Millionen Euro 2023 (2022: 370 Mio. Euro) sind Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der Klima- und Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2032 rund 3,5 Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren. Das sind rund 19 Prozent der insgesamt 18 Milliarden Euro, die die E-Wirtschaft in den kommenden zehn Jahren in die Netzinfrastruktur investieren wird. 

Pressekontakt

ChristophSchuh_CopyrightAPG_Sakko.jpg

Christoph Schuh

Wagramer Straße 19 (IZD-Tower)
1220 Wien

Phone +43 50 32056230 Email christoph.schuh@apg.at
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