APG Hochspannungsnetz und Sicherheitsring
380-kV-Salzburgleitung
Mit der Realisierung der Salzburgleitung - eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Gegenwart - wird die Stromversorgung Salzburgs und Österreichs sichergestellt.

Die Leitung ein wesentlicher Faktor zur Erreichung der österreichischen Klimaziele.

Projektinformation

Zur Verbesserung der Versorgungssicherheit der Stadt Salzburg wurde der 46 km lange erste Abschnitt der Salzburgleitung vom Netzknoten St. Peter bis zu dem neu errichteten Umspannwerk Salzburg bei Elixhausen bereits vorgezogen errichtet und im Jänner 2011 in Betrieb genommen.

380-kV-Ring

Nun gilt es mit dem zweiten Abschnitt der Salzburgleitung die westliche Lücke im Ring zu schließen. Das leistungsfähige österreichische Höchstspannungsnetz zeichnet sich durch seine ringförmige Anordnung aus, da so die Versorgung der Kunden von beiden Seiten möglich ist. Durch die Salzburgleitung wird der österreichische 380-kV-Ring - das Rückgrat der heimischen Stromversorgung - in Westösterreich geschlossen. Die 380-kV-Salzburgleitung ersetzt die 220-kV-Leitung vom Netzknoten St. Peter am Hart (Oberösterreich) zum Netzknoten Tauern bei Kaprun (Salzburg).

Projektstand

Einreichung der Projektunterlagen bei den UVP-Behörden
Positiver UVP-Bescheid 1. Instanz
Beginn des UVP-Verfahrens am Bundesverwaltungsgericht
Mündliche Verhandlung UVP-Verfahren am Bundesverwaltungsgericht
 BVwG bestätigt positiven UVP-Bescheid
Die wichtigsten Gründe für den Bau der Salzburgleitung

Versorgungssicherheit in Salzburg und Österreich wird deutlich verbessert

Die bestehende 220-kV-Stromleitung der APG, die vom Umspannwerk Salzburg (Elixhausen) über das Hagengebirge zum Umspannwerk Tauern (Kaprun) führt, wurde 1960 errichtet. Nach langer Betriebszeit ist mittlerweile dringend eine Modernisierung notwendig: Das Bundesland Salzburg bezieht durchschnittlich mehr als 50 Prozent des benötigten Stroms aus dem Netz der APG. Mit dem Bau der 380-kV-Salzburgleitung wird die stabile Stromversorgung des Landes weiterhin gewährleistet. Auch die Versorgungssicherheit Österreichs insgesamt wird verbessert, weil die neue Leitung die Ansprüche des prognostizierten höheren Stromverbrauchs der kommenden Jahrzehnte erfüllt.

Zentrales Projekt zur Erreichung der österreichischen Klimaziele

Die Salzburgleitung ist eines der zentralen Energiewende-Projekte der Republik: Das Stromaufkommen aus sauberer Ökoenergie, insbesondere aus Windkraft, hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Die Salzburgleitung verbindet die Windkraft-Hotspots im Osten des Landes mit den Speicherkraftwerken in den Alpen und ist damit ein wesentlicher Faktor für die effiziente Nutzung sauberer Ökoenergie: Überschüssiger Windstrom, der nicht vor Ort verbraucht wird, kann damit zu den „Grünen Batterien“ transportiert und dort gespeichert werden. Bei Bedarf kann der Strom dann wieder von den Speicherkraftwerken abgerufen werden.

Weniger Stromleitungen durch Salzburg

Die Hochspannungsleitung ist außerdem ein wichtiger Schritt zur Umsetzung des umfangreichen Netzkonzepts der Salzburg Netz GmbH: In einigen Abschnitten können Leitungen der Salzburg Netz GmbH mit der neuen Salzburgleitung mitgeführt werden. Teil des Projekts ist zudem die Demontage der alten 220-kV-Leitung der APG. In Summe wird es in Salzburg künftig 65 Leitungskilometer und 229 Maste weniger geben als heute.

Rund 800 Mio. Euro Investitionsvolumen, 7.000 Arbeitsplätze

Mit dem Bau der Salzburgleitung kann ein geplantes Investitionsvolumen rund 800 Millionen Euro realisiert werden. Dies hat über die Bauzeit die Schaffung von rund 7.000 Arbeitsplätzen zur Folge, etwa 2250 davon in Salzburg. Die Salzburgleitung ist mit größter Sorgfalt und unter intensiver Einbeziehung der betroffenen Anrainer geplant und vorbereitet worden. Die eingereichten Unterlagen umfassen 11.000 Seiten und 1.200 Pläne; zu 23 Fachbereichen wurden Expertengutachter und Spiegelgutachter von Behörden bestellt.

Die wichtigsten Projektdaten auf einen Blick
Investitionsvolumen  rd. 800 Mio. Euro
Gesamtlänge 128 km
Neubau Leitungen  
davon 380-kV-Leitungen 114 km
davon 220-kV-Leitungen 14 km
110-kV-Verkabelung 6,7 km
Neubau Strommaste 449
davon 380 kV 404
davon 220 kV 45
Demontagen  
220/110-kV-Leitungen 193 km
Maste 678
Mitführungen  
110-kV-Leitungen 38 km
Umspannwerke  
davon Neubau 2
davon Umbau / Adaptierung 4
Gemeinden 36

Gibt es eine Entschädigung für Grundinanspruchnahme?

Ein Grundstück kann grundsätzlich entweder durch einen Maststandort selbst oder durch eine Überspannung – hier führen nur die Leiterseile und der damit verbundene Servitutsbereich über das Grundstück – beansprucht werden. Wie diese beanspruchten Flächen entschädigt werden, ist in der Rahmenvereinbarung mit der Landwirtschaftskammer Salzburg vom Oktober 2010 für alle Grundeigentümer einheitlich geregelt.

Handelt es sich bei der beanspruchten Fläche um einen Wald, der im Zuge der Leitungserrichtung gefällt werden soll, so wird die Höhe der Entschädigungsleistung auf Basis der Rahmenvereinbarung durch einen Sachverständigen bewertet. Die Bewertung erfolgt dabei nach anerkannten Methoden der Waldwertrechnung und berücksichtigt unter anderem:

  • dauernden Nutzungsentgang
  • Hiebsunreife
  • Nutzung zur Unzeit
  • Bewirtschaftungserschwernisse
  • Ertrags- und Bodenwertminderung
  • Randschäden

Teilweise ist es notwendig den vorhandenen Baumbestand - zumindest für die Bauzeit - innerhalb der beanspruchten Waldfläche zu fällen. Die Berechnung der Fällungsbreite erfolgt nach Aufnahme des Baumbestandes entsprechend den einschlägigen Normen und wird so ausgelegt, dass im Betrieb kein Baum in die Leitung fallen kann.

Dabei sind vor allem drei Faktoren von Bedeutung:

  • die Baumhöhe,
  • die Seilhöhe und
  • die Geländeneigung

In vielen Fällen wird der Wald so hoch überspannt, dass eine Schlägerung des Bestandes für den Bau und Betrieb der Leitung nicht erforderlich ist. Hier wird seitens APG eine entsprechende Entschädigung gemäß der Rahmenvereinbarung angeboten.

Nach Abschluss der Bauarbeiten erfolgt die Wiederaufforstung im Trassenbereich entsprechend den Auflagen des UVP-Bescheides. Hier steht jedem Grundeigentümer die Entscheidung frei, ob er diese Arbeiten gegen Entgelt laut Rahmenvereinbarung selbst durchführen möchte oder ob die Aufforstung von einem seitens der APG beauftragten Unternehmen durchgeführt werden soll, das auch die Pflege der Kultur bis zu deren Sicherung übernimmt. Die Einhaltung der Bescheidauflagen wird dabei in jedem Fall von der forstökologischen Bauaufsicht kontrolliert.

Wald_Entschaedigung
Wie wird die Salzburgleitung gebaut?

Die 380-kV-Salzburgleitung wird als Freileitung errichtet, da diese Form der technischen Ausführung sowohl dem internationalen Stand der Technik als auch der betrieblichen Praxis entspricht. Da es sich bei der Salzburgleitung um eine Leitung mit überregionaler Bedeutung handelt, muss die Leitung dem sogenannten n-1 Kriterium entsprechen. Das n-1 Kriterium ist ein internationaler Sicherheitsstandard, der bei der Planung und dem Betrieb von Leitungen und Netzen eingehalten werden muss. Dieses Sicherheitskriterium ist notwendig, damit die Stromversorgung auch im Falle einer Störung (z. B. dem Ausfall einer anderen Leitung oder eines Trafos) sichergestellt ist.

Um dieses Kriterium erfüllen zu können, wird die Salzburgleitung als 2-systemige Leitung gebaut.

Jedes der beiden Systeme der Salzburgleitung besteht aus drei Phasen. Die bauliche Anordnung der einzelnen Phasen ist abhängig vom jeweils eingesetzten Mastbild – entweder befindet sich auf jedem Ausleger des Mastes eine Phase (Tonne) oder auf dem unteren Ausleger befinden sich zwei Phasen (Donau).

Jede einzelne Phase besteht wiederum aus mehreren Leiterseilen, die unter dem Begriff Bündel zusammengefasst werden. Im Falle von Hoch- und Höchstspannungsleitungen kommen üblicherweise nur noch 3-er oder 4-er Bündel zum Einsatz. Bei der Salzburgleitung wird das sogenannte 3-er Bündel eingesetzt - jedes Bündel besteht somit aus drei einzelnen Leiterseilen. Durch die Verwendung eines 3-er Bündels werden auch die Koronageräusche maßgeblich reduziert.

Zusätzlich zu den Leiterseilen befindet sich an der Spitze des Mastes noch ein Erdseil. Dieses dient zum Schutz der Leitung vor direkten Blitzeinschlägen.

Masten
Wie wird die Salzburgleitung aussehen?

Bei der Errichtung der Salzburgleitung kommen grundsätzlich zwei verschiedene Mastbilder zum Einsatz – das Mastbild „Donau“ mit zwei Auslegerebenen oder das Mastbild „Tonne“ mit drei Auslegerebenen.

Die Entscheidung, welches der beiden Mastbilder an einem Standort zum Einsatz kommt, ist in erster Linie von der örtlichen Geländetopographie (flaches oder gebirgiges Gelände) abhängig. Da der sogenannte Donaumast nur zwei Auslegerebenen besitzt, erscheint er im Gegensatz zum Tonnenmast wesentlich kompakter und dadurch auch niedriger. Dies ist vor allem in Bereichen mit einem eher flachen Gelände und damit verbundenen weiten Sichtstrecken von Bedeutung.

Der Tonnenmast erscheint durch seine kürzeren Ausleger gesamthaft schlanker, aber auch höher als der Donaumast. Durch die kürzeren Ausleger hat er allerdings den Vorteil, dass weniger Grundfläche beansprucht wird – dies ist vor allem im Gebirge, wo meist wenig Platz zur Verfügung steht von Bedeutung.

Entsprechend den natürlich vorhandenen Geländeformationen lässt sich aus diesen Gründen einmal das Mastbild „Donau“ und ein anderes Mal das Mastbild „Tonne“ besser in das Landschaftsbild integrieren. Nur bei optimaler Ausnützung des Zusammenspiels von Geländeformen und Mastbild, kann die Sichtbarkeit der Leitung größtmöglich verringert werden. Die Leitung wird auf diese Weise quasi „versteckt“. Durch die Wahl der olivgrünen Mastfarbe wird dieses Bemühen noch zusätzlich verstärkt.

Wie hoch die Masten der Salzburgleitung an den jeweiligen Standorten werden, hängt jedoch nicht alleine von der Wahl des Mastbildes ab. Auch hier spielen die örtlichen Gegebenheiten eine große Rolle. Die wichtigsten Einflussfaktoren dabei sind:

  • die Länge des Spannfeldes (Bereich zwischen zwei Masten)
  • die Topografie innerhalb des Spannfeldes (z. B. Geländekuppen)
  • mögliche Hindernisse, welche überspannt werden müssen (z. B. andere Leitungen, Flüsse, Straßen etc.)
  • Mitführung anderer Leitungen (z. B. Leitungen der Salzburg Netz GmbH)

Grundsätzlich kann jedoch gesagt werden, dass der Standortmast „Donau“ 48 Meter und der Standortmast „Tonne“ 52 Meter hoch ist. Neben diesen beiden klassischen Mastbildern wird in einem Abschnitt der Salzburgleitung auch ein neues Mastbild – der sogenannte Rohrmast – eingesetzt und errichtet.

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BVwG bestätigt positiven Bescheid

Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) in Wien hat am 5.3.2019 die Umweltverträglichkeit eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Republik bestätigt.

Das Bundesverwaltungsgericht hat nach der mündlichen Verhandlung im Juli 2017 und sorgfältiger Prüfung sämtlicher Argumente in dem heute veröffentlichten Erkenntnis den positiven UVP-Bescheid der Salzburger Landesregierung für die eingereichte Trassenführung der 380-kV-Freileitung bestätigt.

Ansprechpartner
in den Bezirken
Was bedeutet PCI?

Eine moderne Infrastruktur mit zuverlässigen Stromnetzen ist von entscheidender Bedeutung für einen integrierten europäischen Energiemarkt, der für alle Verbraucher die Voraussetzung für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei den anfallenden Energiekosten darstellt. Zusätzlich stellt die Anpassung der bestehenden europäischen Netzstruktur auf die Bedürfnisse der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen (Wind und Sonne) die Basis für die Erreichung der 2020-Zielen dar. Die Europäische Kommission hat daher am 14. Oktober 2013 eine Liste mit 248 zentralen Energieinfrastrukturprojekten beschlossen - unter anderem rund 140 Projekte aus dem Bereich der Stromübertragung und -Speicherung.

Das europäische und damit auch das österreichische Stromnetz wird dank der Vorhaben in der Lage sein, zunehmende Mengen an Strom aus erneuerbaren Energiequellen aufzunehmen, wodurch eine signifikante Reduktion der CO2-Emissionen und damit die Erreichung der ambitionierten EU-Klimaziele ermöglicht wird.

PCI-Projekte der Europäischen Kommission

Mit Beteiligung der Europäischen Union aus dem Haushalt der Transeuropäischen Energienetze finanziertes Vorhaben.