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Pressemeldung 13.12.2021

Salzburgleitung: Schlüsselprojekt für Energiewende in Österreich

Für das Gelingen der Energiewende müssen die Weichen jetzt gestellt werden. Zentral sind dabei die erneuerbaren Energieträger und der gleichzeitige Ausbau der Stromnetzinfrastruktur: Nur mit starken Stromnetzen kann etwa Strom aus erneuerbarer Energie aus Ostösterreich zu den Speicherkraftwerken in den Alpen transportiert sowie umgekehrt die Energie aus diesen Speicherzellen jederzeit rasch dorthin gebracht werden, wo sie benötigt wird.

Mit der geplanten Inbetriebnahme der Salzburgleitung 2025 wird die Transportkapazität des Leitungsabschnittes versiebenfacht und bildet somit eine wichtige Voraussetzung für eine sichere Transformation des Energiesystems in Österreich. Bereits 2030 will Österreich seinen Strombedarf bilanziell zu 100 Prozent mit grünem Strom decken. Das bedeutet einen Energiezuwachs von etwa 27 Terrawattstunden. Als wichtige Ost-West-Verbindung in Österreich ist die Salzburgleitung ein Schlüsselprojekt, um einen effizienten Austausch zwischen überschüssigem Windstrom aus Ostösterreich und den Pumpspeicherkraftwerken im Westen zu gewährleisten.

Die Salzburgleitung ist eine Investition in ein nachhaltiges Energiesystem

Die Gesamtinvestition für die Salzburgleitung beträgt 890 Millionen Euro, sie ist damit das größte Leitungsbauprojekt in der Geschichte Österreichs. Über die gesamte Bauzeit betrachtet hat dies die Schaffung von rund 7.000 Arbeitsplätzen zur Folge, etwa 2.250 davon in Salzburg. 2021 investiert APG 357 Millionen Euro in das österreichische Übertragungsnetz und bis 2031 rund 3,5 Milliarden Euro.

Programmleiter Herbert Auer: „Seit Baubeginn der Salzburgleitung wurden allein für dieses Projekt rund 300 Millionen Euro investiert. Das sind Investitionen in die sichere und nachhaltige Stromversorgung Österreichs, aber auch in die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.“

Im Zuge des Baus der neuen Salzburgleitung wurden in den vergangenen 12 Monaten rund 200 Strommaste errichtet. In allen sechs Baulosen auf einer Gesamtlänge von 128 Kilometern wird mit Hochdruck für die Energiewende und Elektrifizierung aller Wirtschafts- und Lebensbereiche gearbeitet. Bis Ende des Jahres wird rund die Hälfte der insgesamt 449 Maste fertiggestellt sein, für 2025 ist die Inbetriebnahme der Salzburgleitung geplant.

Projektsprecher Fritz Wöber: „Damit schaffen wir eine Grundvoraussetzung für die Energiewende und sichern bei steigendem Stromverbrauch durch die Elektrifizierung der Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft unsere gewohnt hohe Versorgungsqualität.“

Infrastrukturbereinigung in Salzburg

Nach Inbetriebnahme der neuen Salzburgleitung 2025 werden die rund 70 Jahre alten 220-kV-Stromleitungen demontiert. Bereits jetzt werden im Zuge des Neubaus schon erste 110-kV-Leitungen abgebaut, weitere Demontagen von 110-kV-Leitungen erfolgen ebenfalls ab 2025. In Summe wird es in Salzburg künftig 65 Leitungskilometer und 229 Maste weniger geben als heute und somit eine deutliche Entlastung für Mensch und Natur erfolgen.

Bau läuft nach Plan

Anfang 2020 haben die unmittelbaren Baumaßnahmen begonnen. Trotz der zwischenzeitlichen Aussetzung von einzelnen Baustellen aufgrund der COVID-19-Pandemie liegen die Arbeiten in allen Baulosen im Plan.

Derzeit arbeiten rund 40 Unternehmen auf ca. 60 Baustellen im Auftrag der APG an der Salzburgleitung. Insgesamt sind von Elixhausen bis Kaprun mehr als 480 Personen für den Aus- und Umbau der Strominfrastruktur im Einsatz.

Einer der Schwerpunkte der Arbeiten lag heuer auf der Region um den Pass Lueg: Die in diesem Bereich verlaufende 110-kV-Leitung der Salzburg Netz GmbH wird nun auf den in diesem Bereich bereits errichteten Masten der neuen Salzburgleitung der APG mitgeführt. Ein Großteil der alten 110-kV-Maste wurde bereits demontiert, im nächsten Jahr wird die Demontage im Bereich Pass Lueg abgeschlossen. Die 110-kV-Leitung musste für diese Arbeiten für mehrere Monate vom Netz genommen werden, jetzt wird sie auf den Masten der Salzburgleitung wieder in Betrieb genommen.

Höchster Anspruch an den Schutz der Natur

Bei der Planung der neuen Salzburgleitung wurden höchste Ansprüche an den Schutz von Mensch und Natur gestellt. Dementsprechend sind auch zahlreiche Naturschutzmaßnahmen während der Bauphase und auf Bestandsdauer der Leitung vorgesehen.

So werden auf etwa 1.100 Hektar, einer Fläche, die doppelt so groß wie der Attersee ist, fast 200 Ausgleichsmaßnahmen für Flora und Fauna umgesetzt. Dazu zählen Renaturierungsmaßnahmen im Ursprunger Moor, im Bereich Tauglboden und in der Taugl Au sowie in der Weitwörther Au. Dort wurde mit der Fertigstellung der Auenwerkstatt ein Projekt bereits abgeschlossen. Zudem werden dort ab nächstem Jahr weitere Flächen renaturiert. Im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen wird zudem ein Artenschutzprojekt für das gefährdete Auerhuhn realisiert, das aufgrund seiner Größenordnung einzigartig ist. Es wird auf einer Fläche von rund 600 Hektar – vornehmlich im Pongau und im Pinzgau – umgesetzt und steht kurz vor dem Abschluss. Dabei wird der Naturraum für die Auerhühner verbessert – etwa durch die Auflichtung von Baumbeständen. Zudem werden im gesamten Trassenbereich Lebensräume für Amphibien und Reptilien geschaffen und Schutzwaldprojekte umgesetzt.

Insgesamt investiert APG im Zuge des Baus der Salzburgleitung rund 47 Millionen Euro in Naturschutzmaßnahmen und den Erhalt der Biodiversität im Bundesland Salzburg.

Pressekontakt

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Fritz Wöber

Wagramer Straße 19 (IZD-Tower)
1220 Wien

Email fritz.woeber@apg.at

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