Zum Inhalt
Pressemeldung 07.06.2022

Austrian Power Grid (APG): Megaprojekt für die sichere Stromversorgung

Das Umspannwerk Ernsthofen ist eines der größten und für die österreichische Stromversorgung wichtigsten im Netz der APG. Hier laufen wichtige überregionale und regionale Versorgungsleitungen aufeinander.

Aufgrund der langen Betriebsdauer seit den 1940er Jahren ist eine umfassende Modernisierung der 110-kV und 220-kV-Schaltanlagen notwendig, um die sichere Stromversorgung in der Region auch für nächste Generationen zu gewährleisten und den Anforderungen der Energiezukunft gerecht zu werden. Im Zuge der Arbeiten werden auch zwei neue 220/110-kV-Großtransformatoren errichtet. Der erste heuer, der zweite, baugleiche dann 2023. Die umfassenden Arbeiten starteten 2017 und werden 2029 abgeschlossen.

Wesentliche Bedeutung für die Region und ganz Österreich

„Das Umspannwerk Ernsthofen ist sozusagen die energiewirtschaftliche Verbindung zwischen Niederösterreich und Oberösterreich und gerade der Großraum Linz ist eine zentrale Region für die österreichische Wirtschaft und Industrie. Der Kapazitätsbedarf an Strom wird hier unter anderem durch die zunehmende Elektrifizierung in allen Sektoren stark wachsen“, erklärt Christoph Schuh, Unternehmenssprecher der APG.

APG investiert insgesamt 150 Millionen Euro in das Megaprojekt, um die sichere Stromversorgung, die Elektrifizierung in Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft und somit das Gelingen der Energiewende zu ermöglichen. Durch die Maßnahmen am Standort wird die Transportfähigkeit im gesamten APG-Netz verbessert. Stark schwankende Energieflüsse können von der APG damit besser gesteuert werden, wodurch die Versorgungssicherheit für ganz Österreich erhöht wird.

Neben der landesweiten Bedeutung des Standortes, spielt er aber vor allem für die Region eine große Rolle. Durch die zentrale Lage sind an das Umspannwerk Ernsthofen weite Teile des Versorgungsgebiets Niederösterreichs und Oberösterreichs angebunden, wie Amstetten, Steyr, Wels und der Zentralraum OÖ mit Linz. „Die Modernisierung am Netzknoten Ernsthofen ist enorm wichtig, da in den nächsten Jahren der Bedarf in den Verteilernetzen der Region massiv steigen wird. Deshalb verstärken wir neben den Schaltanalgen auch unsere Transformatorleistungen am Standort. Damit stellen wir sicher, dass der Strom zuverlässig bei den Haushalten, Unternehmen und (Industrie-)Betrieben ankommt“, sagt Wolfgang Plössnig, Betriebskoordinator der APG.

450 Tonnen für eine starke Netzabstützung

Im März wurde der neue 220/110-kV-Transformator – mit einem Transportgewicht von rund 270 Tonnen – im Umspannwerk Ernsthofen angeliefert. Er ersetzt einen alten Transformator, der bereits 40 Jahre in Betrieb war und im APG Netz als Reservetransformator bestehen bleibt. „Mit einer Leistung von 300 Megavoltampere sorgt der neue Trafo für 30 Prozent mehr Leistung und erhöht die Übertragungskapazität der APG auf die Verteilernetze der Netz Oberösterreich, Linz Netz und Netz Niederösterreich. Damit trägt er einen wesentlichen Teil für die zukunftsgerechte und sichere Netzabstützung der Region bei. Mitte Juli geht der Stromriese in Betrieb. Fertig installiert und aufgerüstet beträgt das Gesamtgewicht des Kolosses rund 450 Tonnen“, erklärt Jürgen Pilgerstorfer, Projektleiter der APG.

Die Anreise des Stromriesen erfolgte mit zweitägiger Bahnanreise direkt aus dem Werk von SIEMENS Energy in Weiz. Auf den Schienen rollte der Trafo direkt vor sein Fundament im Umspannwerk. Dort wurde er dann innerhalb mehrerer Stunden vom Waggon getrennt, mit höchster Präzisionsarbeit millimetergenau auf spezielle Schienen gestellt und auf sein Fundament gezogen – ein sogenannter Querverzug.

2023 erfolgt die Errichtung eines zusätzlichen und baugleichen Transformators. Ebenfalls mit einer Leistung von 300 Megavoltampere. Bis zum Ende des Projekts wird es am Standort Ernsthofen zehn Großtransformatoren geben, die für eine sichere und nachhaltige Stromversorgung der Region und ganz Österreich sorgen.

Modernisierung 110-kV & 220-kV-Schaltanlagen

Die Modernisierung der 110-kV-Anlage startete 2017 und wurde heuer abgeschlossen. Hierfür investierte die APG allein 50 Millionen Euro. Aktuell laufen die Bauvorbereitungen für die Generalerneuerung der 220-kV-Schaltanlage. „Allein dieser Anlagenteil zieht sich über eine Fläche von 71.000m², das entspricht in etwa 10 Standrad-Fußballfeldern. Zusätzlich werden rund 22.000 m² für die Errichtung für Provisorien, Container und Lagerplätze benötigt“, beschreibt Pilgerstorfer die Dimensionen des Projekts.

In die Modernisierung der 220-kV-Anlage investiert APG rund 100 Millionen Euro. Die Arbeiten finden von 2023-2029 in drei Etappen statt. Das ist notwendig, da der Betrieb und die sichere Stromversorgung für die Region während der gesamten Arbeiten aufrecht erhalten bleiben muss und daher nicht alles auf einmal abgerissen werden kann. Demontierte Teile werden daher temporär mithilfe sogenannter Provisorien kompensiert.

Investitionen in ein nachhaltig sicheres Energiesystem

Investitionen wie diese sind notwendig um eine sichere Stromversorgung auch unter den Anforderungen der Energiezukunft gewährleisten zu können. „APG investiert in den nächsten zehn Jahren 3,5 Milliarden Euro in die heimische Strominfrastruktur. Diese Investitionen sind der Schlüssel für die sichere Stromversorgung der Zukunft sowie die Elektrifizierung aller gesellschaftlicher Prozesse bis hin zu Umstellungen in der Industrie von fossilen auf nachhaltige strom- bzw. wasserstoffbasierte Prozesse und leisten so Ihren Beitrag zur Erreichung der Energiewende“, so Schuh abschließend.

Foto Credits © APG/Christian Mikes 

Pressekontakt

ChristophSchuh_CopyrightAPG_Sakko.jpg

Christoph Schuh

Wagramer Straße 19 (IZD-Tower)
1220 Wien

Phone +43 50 32056230 Email christoph.schuh@apg.at
Zur Hauptnavigation