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Pressemeldung 01.06.2022

APG Tagung Habitatmanagement: Zwei Tage im Zeichen der Ornithologie

Rund 100 ExpertInnen trafen sich auf Ladung der APG in Hainburg, um Trappen – ein bodenlebender gänseartiger Vogel – zu beobachten und zum wechselseitigen Informationsaustausch.

Stromnetze sichern nicht nur die Stromversorgung, sondern liefern Beitrag für Naturschutz

Neben der Bedeutung einer kapazitätsstarken Strominfrastruktur für die sichere Stromversorgung, die Erreichung der Klima- und Energieziele Österreichs, die Integration der erneuerbaren Energien, die Elektrifizierung von Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft sowie der Integration aller Akteure in das Energiesystem mittels digitaler Plattformtechnologien, haben Stromleitungen auch „unerwartete“ positive Effekte für die Artenvielfalt, den Naturschutz und den Schutz von Fauna und Flora:

Bereiche entlang von APG Strominfrastruktur tragen dazu bei, gefährdeten Tierarten einen Lebensraum zu bieten. Beim Habitatmanagement arbeitet die APG seit mehr als 25 Jahren daran, die Umgebung der Stromleitungen zu begehrten und lebenswerten Orten für Pflanzen und Tiere zu machen. Zum bereits vierten Mal lud der Übertragungsnetzbetreiber APG rund 100 ExpertInnen zur Fachtagung Habitatmanagement ein, um gemeinsam über den Schutz von gefährdeten Tieren zu sprechen und neue Inputs von den Fachvorträgen zu bekommen. Die hochkarätige Veranstaltung hat auch schon das Interesse von Experten aus dem Ausland geweckt, wie Präsentationen etwa von deutschen ExpertInnen zeigen. „Die Fachtagung ist vor allem für den Austausch zwischen Projektwerbern, Vertretern der Behörden und von Naturschutz NGOs extrem wertvoll. Hier kommt es zu einem intensiven Gedankenaustausch, der extrem wichtig ist, weil Ornithologie nur dann funktioniert, wenn länderübergreifend zusammengearbeitet wird. Gleichzeitig entsteht dabei auch ein wechselseitiges Verständnis aller Beteiligten“, erklärt Wolfgang Hafner, APG Bereichsleiter Leitungsbau.

Breiter Themenbogen bestimmt den Tagungsverlauf

Neben Vorträgen zu den Themen „Herausforderungen einer naturverträglichen Energiewende“ (Gerald Pfiffinger, Umweltdachverband), „Ausgleichsmaßnahme für den Wanderfalken“ (Johannes Frühauf, techn. Büro für Biologie), „Buch- und Projektpräsentation Rotmilan“ (Rainer Raab, techn. Büro für Biologie), „Habitat- und Trassenmanagement im Nationalpark Donau-Auen“ (Georg Frank, NP Donau-Auen), „Temperaturuntersuchungen bei Nistkästen an Strommasten“ (Andreas Kleewein (BirdLife Kärnten), „Naturschätze im Westlichen Weinviertel“ (Florian Danzinger, Universität Wien) und zahlreichen Vorträgen von APG und VUM folgte als Highlight an beiden Tagen eine Exkursion.

Am ersten Tag führte diese mit Schlauchbooten durch den Nationalpark Donau-Auen, am zweiten Tag ging es ins Dreiländereck, um Rotmilane zu beobachten und Trappen bei der Balz zuzusehen. Seit den Schutzmaßnahmen wuchs etwa die Population der Trappen - auch dank der umfassenden Aktivitäten der APG?- von 1996 von nur 126 bis heute auf wieder 634 Tiere im Dreiländereck heran. „Damals hat man erkannt, wie gefährdet die Art ist und hat damit begonnen Schutzbemühungen einzuleiten. Neben Bereichen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden, sondern brachliegen, um genügend Futter für die bis zu 20 kg schweren Vögel zu schaffen, haben wir Markierungsmethoden entwickelt, um die Kollisionsgefahr zu reduzieren. Diese machen die Leitungen über weite Strecken für die Tiere sichtbar“, erklärt Sven Abele, der bei APG das Habitatmanagement verantwortet. Zu den Habitatschutzmaßnahmen, die die APG durchführt, zählen unter anderem Nisthilfen für Greifvögel, der Lebensraumschutz von Großtrappen, Vogelschutzmarkierungen an Stromleitungen, dem Schutz von Mooren und Trockenrasen sowie der Mastfußgestaltung und dem Waldrandmanagement für Hoch- und Niederwild.

Die nächste Tagung zum Habitatmanagement der APG findet in zwei Jahren statt. Eine außerordentliche Tagung zum Thema Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen findet 2023 in Salzburg statt.

Foto Credits © APG Franz Kovacz

Pressekontakt

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Christoph Schuh

Wagramer Straße 19 (IZD-Tower)
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