ABS4TSO
ABS fürs Stromnetz

… ein dynamisches System zum Gelingen der Energiewende.

Wir brauchen neue Netzelemente und neue Mechanismen in unserem Stromnetz, um die Basis für die Integration von erneuerbaren Energieträgern zu schaffen und das aktuell hohe Niveau der Versorgungssicherheit zu halten. Genau da setzt das Projekt ABS4TSO (Advanced Balancing Servises for Transmission System Operators) an. Mittels intelligenten Batteriespeichersystemen und weiteren schnell regelbaren Technologien werden Möglichkeiten zur Stabilisierung des heimischen sowie europäischen Stromtransportnetzes der Zukunft aufzeigt.

Projekt Story

Der Anteil erneuerbarer Energien an der europäischen Stromversorgung nimmt auf dem gesamten Kontinent zu, was grundlegende Konsequenzen für die Stromübertragungs- und -verteilernetze der Region hat. Das Stromnetz kann nur funktionieren, wenn das empfindliche Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage von Strom genau eingehalten wird. Dieser Saldo wird in Netzfrequenz ausgedrückt. Bei einer Netzfrequenz von 50 Hertz ist das System stabil und die Stromversorgung funktioniert reibungslos. Geringe Schwankungen der 50-Hz-Referenzfrequenz sind für einen Netzbetreiber wie APG selbstverständlich. Tatsächlich besteht eine unserer Hauptaufgaben darin, solche Abweichungen kontinuierlich innerhalb weniger Millihertz zu halten.

Die Zunahme der Einspeisung erneuerbarer Energien in das Netz und gleichzeitig zunehmende Abschaltungen der thermischen Kraftwerke in den letzten Jahren hat jedoch zu größeren Frequenzschwankungen geführt, was zu einem größeren Bedarf an neuen technischen Ausgleichsmechanismen führt. APG begegnet dem Problem mit der Entwicklung intelligenter Assistenzsysteme für den Stromnetzbetrieb, die der für moderne Autos entwickelten ABS-Technologie ähneln. Das Projekt „ABS fürs Stromnetz“ umfasst die Erforschung der hochdynamischen Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten eines intelligenten Batteriespeichersystems, mit dessen Hilfe die Netzfrequenz automatisch aufrechterhalten werden kann. Batteriespeichersysteme gewinnen bei der Energieversorgung zunehmend an Bedeutung, da sie die Speicherung elektrischer Energie ermöglichen. Die verfügbare Technologie auf diesem Gebiet ist bereits weit fortgeschritten. Neu ist das Konzept, mithilfe von Batteriespeichern und weiteren schnell regelbaren Systemen den Netzbetreibern neue, hochdynamische Systemdienste zur Sicherstellung der Systemstabilität zur Verfügung zu stellen, sowie den Bedarf und die Anforderungen an solche im nationalen sowie europäischen Kontext zu definieren.

So wie Antiblockiersysteme in Autos als eine Art aktives Sicherheitssystem verwendet werden, verwenden Batteriespeichersysteme intelligente Algorithmen, um Frequenzschwankungen, die die vorhandenen technischen Mechanismen nicht ausgleichen können, innerhalb von Millisekunden zu identifizieren und das Netz zu stabilisieren. „ABS fürs Stromnetz“ ist das einzige Projekt dieser Art in Europa und soll die Grundlage für technologisch neutrale Lösungen bilden. Final werden die Forschungsergebnisse technologieneutral bewertet und im europäischen Stromnetz hochskaliert.

“Das Herzstück des Projektes ist ein 1MW/500kWh Batteriespeichersystem. Die Batteriezellentechnik ist mit Lithium-Ionen-Batterien ein erprobter Standard. Der Wechselrichter dagegen muss für die Untersuchungen im hochdynamischen Bereich ausreichend Flexibilität für die Forschung und eigene Parametrierungsmöglichkeiten bieten und ist daher eine Sonderanfertigung."

Projektfakten

Projektkoordination
Austrian Power Grid

PROJEKT PARTNER
Austrian Institute of Technology (AIT), Technische Universität Wien, VERBUND
Projektlaufzeit
Mai 2018 bis Dezember 2021
Projektvolumen
2,6 Mio. € (ohne Batteriespeichersystem),
1,8 Mio. € wurden durch den Klima- und Energiefonds im Rahmen seines Energieforschungsprogramms gefördert
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