NEP 2020
26.11.2020
Austrian Power Grid sorgt für sichere Stromversorgung in der Zeit der Transformation
E-Control genehmigt Netzentwicklungsplan der APG. Dieser sieht ein Investitionsprogramm von € 3,1 Mrd. in die sichere Stromversorgung und ein nachhaltiges Stromsystem vor. Für das Erreichen der Klima- und Energieziele und für eine nachhaltige sichere Stromversorgung Österreichs ist ein leistungsfähiges Stromnetz unabdingbar. Die Investitionen der APG in das Übertragungsnetz in den kommenden 10 Jahren schaffen die Voraussetzungen, um Österreich sicher, nachhaltig und leistbar mit erneuerbarem Strom zu versorgen. Alle geplanten und in Bau befindlichen Projekte sind im aktuellen Netzentwicklungsplan 2020 enthalten.

„Die APG hat auf Basis gegebener Rahmenbedingungen einen ambitionierten Netzaus- und umbauplan vorgelegt – die zeitgerechte Umsetzung all dieser Projekte sehen wir als elementare Basis für eine sichere Transformation in ein nachhaltiges zukünftiges Stromsystem Österreichs: CO2 freie Stromversorgung, höchste Netz- und Versorgungssicherheit, preisgünstiger Strom für Menschen und Betriebe sowie eine vollständige Dekarbonisierung des Landes“, betont Gerhard Christiner, technischer Vorstand der APG.

Der aktuelle Netzentwicklungsplan sieht Aus- und Neubauprojekte in den Bereichen Leitungen und Umspannwerken in ganz Österreich vor. „Hauptreiber dabei sind die stark wachsenden Produktionskapazitäten im Bereich der Erneuerbaren sowie der steigende Bedarf an grünem Strom von Wirtschaft und Industrie. Für deren optimale Integration in das Stromnetz werden die Übertragungskapazitäten sukzessive erhöht und neue Umspannwerke errichtet“, so Christiner weiter.

Mit einer Gesamtinvestitionssumme von € 3,1 Mrd. wird auch ein wichtiger Investitionsboost für den Wirtschaftsstandort Österreich gesetzt. „APG investiert in den kommenden 10 Jahren € 3,1 Mrd. in die Modernisierung der Netz-Infrastruktur. Gerade in den kommenden 3 Jahren sehen wir dies als einen wichtigen Turbo für Österreichs Wirtschaft, der Arbeitsplätze schafft bzw. nachhaltig absichert“, streicht Thomas Karall, kaufmännischer Vorstand der APG hervor.

Der nun vorliegende Netzentwicklungsplan zeugt auch von der wichtigen Rolle Österreichs in Europa. „Einige der geplanten bzw. in Bau befindlichen Projekte verbessern den Zugang Österreichs zu den Europäischen Strommärkten – insbesondere den zum Deutschen Strommarkt. Dies ist besonders wichtig, um langfristig allen Menschen in Österreich und der gesamten Wirtschaft Zugang zu preisgünstigen Strom zu ermöglichen. Auch dies ist in Zukunft ein entscheidender Faktor für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort“, führt Thomas Karall weiter aus.

Beide Vorstände betonen abschließend, dass „der aktuelle NEP, die aktuellen Entwicklungen rund um die Beschlussfassung des Erneuerbaren Ausbau Gesetzes der Österreichischen Bundesregierung noch nicht vollständig berücksichtigt. Wir sehen dies als die große Herausforderung des kommenden Jahres, nach der Beschlussfassung des EAG, die daraus resultierenden Annahmen in den Bereichen Stromerzeugung, -versorgung, -verbrauch sowie -austausch gesamtsystemisch in ein Maßnahmenprogramm zu übersetzen und in einem NEP 2021 zu integrieren.“

Die E-Control sieht Österreich mit dem aktuellen NEP für die unmittelbaren Herausforderungen im Strom- und Energiesystem gut gerüstet „Leistungsfähige Übertragungsnetze sind für die Umsetzung energiepolitischer Zielvorgaben sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene unerlässlich. Die Übertragungsnetze stehen auch in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Nicht zuletzt das Ziel, Österreich bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent mit Erneuerbaren Energieträgern zu versorgen, macht den Ausbau der Übertragungsinfrastruktur notwendig. Zudem können nur leistungsfähige Übertragungsnetze die Versorgungssicherheit in gewohnter Weise gewährleisten.“, so der Vorstand der Regulierungsbehörde E-Control, Andreas Eigenbauer. Und Vorstand Wolfgang Urbantschitsch ergänzt: „Bereits in den vergangenen Jahren wurden durch die E-Control die Rahmenbedingungen und Anreize für die Durchführung der größten Investitionen in das Übertragungsnetz unterstützt und laufend verbessert. Mit dem vorliegenden NEP 2020 gibt es nun noch mehr Planungssicherheit und Grundlage einer langfristig sicheren Versorgung mit Elektrizität.“

Über den APG-Netzentwicklungsplan 2020 (www.apg.at/de/Stromnetz/Netzentwicklung)

Die APG plant ihre Infrastrukturprojekte vorausschauend und im Voraus auf Basis verschiedener energiewirtschaftlicher Szenarien, politischen Rahmenbedingungen, sowie technischer und technologischer Entwicklungen. Der NEP wird jährlich erstellt, öffentlich konsultiert und von der E-Control Austria Bescheid-mäßig genehmigt. Der NEP 2020 beinhaltet die wichtigsten Projekte im APG-Übertragungsnetz und an den Übergabepunkten zu den Verteilernetzen der nächsten zehn Jahre, wobei die Projekte der kommenden drei Jahre von 2021 bis 2023 verpflichtend umzusetzen sind. Der im August 2020 eingereichte NEP 2020 der APG wurde am 19.11.2020 von der E-Control genehmigt.

Im Zeitraum von 2021 bis 2030 investiert die APG in Summe 3,1 Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau, um die Versorgungs- und Netzsicherheit in Österreich weiterhin zu gewährleisten und damit auch die Stromversorgung von Industrie, Gewerbe und der Bevölkerung mit hoher Qualität nachhaltig sicherzustellen.

Projekte für sichere und nachhaltige Stromzukunft Österreichs

Der NEP 2020 der APG umfasst insgesamt 36 Netzausbauprojekte. Im Vergleich zum NEP 2019 wurden drei Projekte bereits in Betrieb genommen und zwei neue Projekte in den NEP aufgenommen. Klassifiziert sind die 36 Projekte im NEP 2020 folgendermaßen

  • 19 Projekte von nationalem bzw. internationalem Interesse
  • 14 Netzanschlussprojekte mit Verteilnetzbetreibern
  • 3 Netzanschlussprojekte für Kraftwerke

Zu den wichtigsten und größten APG-Projekten zählen:

  • Errichtung der Salzburgleitung (sichert die Stromversorgung Salzburgs, verbindet die EE-Standorte mit den Pumpspeicherkraftwerken in den Alpen)
  • Die Weinviertelleitung (Integration von Windkraft und Verbesserung Versorgungsicherheit)
  • Projekt Zentralraum Oberösterreich (stärkt den Industrie- und Wirtschaftsstandort Oberösterreich)
  • Deutschlandleitung (Ausbau der Übertragungskapazität zwischen Deutschland und Österreich)
  • Reschenpassprojekt (Ausbau der Übertragungskapazität zwischen Österreich und Italien)
  • zahlreiche Erneuerungen und Ausbauten sowie die Neuerrichtung von Umspannwerken (z.B. UW Villach Süd, Klaus, Matrei, Mürztal, Wien Ost, Innkreis, Prottes)