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01.09.2020
Power für den Großraum Villach: Neue Transformatoren für neues Umspannwerk eingetroffen

APG investiert 7,2 Mio. Euro für die Trafos und damit in die sichere Stromversorgung der Region und Kärntens

Fürnitz / Villach, 1. September 2020: Austrian Power Grid (APG) und Kärnten Netz GmbH (KNG) bauen derzeit in Fürnitz bei Villach das drittgrößte Umspannwerk (UW) Kärntens. Ende August wurden die wichtigsten Elemente für die Anlage geliefert: Zwei 220/110-kVTransformatoren, die künftig das 220-kV-Netz der APG mit dem 110-kV-Netz der KNG verbinden und damit die Versorgungssicherheit des Bundeslandes, weit über den Großraum Villach hinaus, deutlich erhöhen. Der sehr aufwendige Transport der Trafos erfolgte per Schiff, Bahn und ferngesteuertem Spezialfahrzeug.

Sie wiegen je 230 Tonnen, sind über zehn Meter lang und können nur mit einem Sondertransporter bewegt werden. Die Rede ist von zwei Transformatoren. Erst mit ihrer Hilfe können die unterschiedlichen Spannungsebenen im Umspannwerk Villach – 220 bzw. 110 Kilovolt – miteinander verbunden und damit elektrische Energie zwischen den Netzen von APG und KNG übertragen werden. „Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir den Strom aus dem österreichweiten APG-Netz zu den regionalen Kärntner Stromleitungen der KNG weiterleiten können“, sagt Wolfgang Ranninger, der die Bauarbeiten im Umspannwerk der APG leitet und koordiniert. APG investiert pro Trafo 3,6 Millionen Euro, die Gesamtkosten für das neue Umspannwerk belaufen sich auf 30 Millionen Euro. In den kommenden zehn Jahren setzt der Stromnetzbetreiber in Kärnten Netzaus- und - umbaumaßnahmen in der Höhe von 250 Millionen Euro um.

Lange Reise: 1.600 km von den Niederlanden bis Fürnitz in einem Monat

Die Transformatoren haben eine lange Reise hinter sich gebracht, gelangten zunächst mit dem Schiff vom Herstellungsort in den Niederlanden über die Wasserstraßen von Rhein, Main und Donau nach Linz. Weiter ging es für jeden Stromriesen einzeln mit einem 64 Meter langen Spezialtransport der Bahn Richtung Süden über die Alpen bis nach Kärnten. Eine besondere Herausforderung stellten die letzten fünf Kilometer durch das Ortsgebiet Fürnitz bis zum Fundament im Umspannwerk Villach dar: „Für die Ortsdurchfahrt und die enge, steile Schwerlastzufahrt mit S-Kurve wurden die 10 Meter langen Trafos am Bahnhof jeweils auf ein ferngesteuertes Spezialfahrzeug, einen so genannten Selbstfahrer überstellt,“ beschreibt Ranninger die schwierige Passage. Im Schritttempo navigierte ein Techniker der Transportfirma das äußerst wendige Gefährt mit 48 Rädern sicher an seinen Bestimmungsort. Ranninger: „Diese letzte Etappe dauerte 3 Stunden. Auf ihrer knapp einmonatigen Transportreise legten die Trafos eine Wegstrecke von insgesamt rund 1.600 Kilometern zurück.“

Am 25. August bzw. 1. September wurden die Transformatoren im Umspannwerk jeweils innerhalb von vier Stunden präziser Rangierarbeit auf ihr Fundament gesetzt. „In Betrieb genommen werden die hochmodernen Anlagenteile, die mit ihrer Leistung von je 300.000 Kilovoltampere nahezu ganz Kärnten mit Strom versorgen könnten, Anfang nächsten Jahres,“ weiß Ranninger.

UW Villach: Sichere Stromversorgung für die nächsten Jahrzehnte

Derzeit gibt es in Kärnten zwei große 220/110-kV-Knotenpunkte zwischen dem österreichweiten Stromtransportnetz der APG und dem Landesverteilnetz der KNG, das den Strom direkt zu den Haushalten und Betrieben bringt: die APG-Umspannwerke Malta im Mölltal und Obersielach bei Völkermarkt. Ranninger: „Mit der Anlage in Fürnitz kommt im Kärntner Zentralraum ein dritter Knoten dazu. Die Bauarbeiten befinden sich derzeit im Endspurt, die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2021 geplant. APG und KNG investieren in Summe 80 Millionen Euro, die Stromversorgung aller Kunden im Großraum Villach wird damit für die nächsten Jahrzehnte abgesichert, der Wirtschaftsstandort gestärkt.“

Eckdaten

  • Leistung: 300 Megavoltampere pro Trafo
  • Maße: l=10m, b=3,2m, h=4,5m
  • Transportgewicht: 230 Tonnen pro Trafo
  • Gesamtgewicht nach Fertigstellung vor Ort: 350 Tonnen pro Trafo
  • Kosten: rd. 3,6 Mio. € pro Trafo
  • Herkunft: Niederlande

Transportweg

  • 400 km am Rhein
  • 390 km am Main
  • 170 km am Main-Donau-Kanal
  • 300 km auf der Donau
  • 325 km auf Schiene
  • 5 km auf der Straße

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