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12.03.2015
Ă–sterreich auf partielle Sonnenfinsternis vorbereitet
APG-Aktionsplan auf europäischer Ebene und mit der E-Control Austria abgestimmt 

Am Freitag den 20. März 2015 wird es zwischen 09.00 und 12.11 Uhr in ganz Europa zu einer partiellen Sonnenfinsternis kommen. Laut Vorausberechnungen der NASA wird  die Abschattung der Sonne fast überall in Kontinentaleuropa mehr als 60 Prozent betragen. Durch den inzwischen hohen Photovoltaikanteil an der europäischen Stromerzeugung ist dieses Naturereignis für die Übertragungsnetzbetreiber durchaus eine Herausforderung. Die ENTSO-E, die Vereinigung der europäischen Übertragungsnetzbetreiber bereitet sich deshalb bereits seit etwa einem Jahr auf das Ereignis vor. Alle ENTSO-E Mitglieder, darunter auch die APG, sind mit ihren europaweit abgestimmten Maßnahmenplänen für das Ereignis sehr gut gerüstet.

Die bevorstehende partielle Sonnenfinsternis ist ein vorhersehbares und daher gut planbares Naturereignis. Mit dem in den vergangenen Jahren stark angewachsenen Anteil von Photovoltaikerzeugung an der gesamten Stromerzeugung ist das Naturphänomen zu einem relevanten Aspekt für die europäischen Stromnetzbetreiber geworden. Aus diesem Grund wurde bereits vor einem Jahr im Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E eine eigene Task Force eingerichtet, die sich mit den notwendigen Vorab-Analysen und den entsprechenden Vorbereitungen auf das Ereignis befasst.

APG ist optimal vorbereitet

Die Spezialisten der APG haben im Rahmen der ENTSO-E Task Force in den vergangenen Monaten intensiv an den notwendigen Vorbeugungsmaßnahmen für den 20. März 2015 gearbeitet. Gegen 09.00 Uhr Früh wird die teilweise Abschattung der Sonne Kontinentaleuropa im Bereich Portugal und Südspanien erreichen und im Zeitraum bis 12.11 Uhr in nordöstlicher Richtung voranschreiten. Laut Berechnungen der APG-Experten beträgt der am 20. März maximal mögliche Leistungseinbruch in Österreich rund 120 MW. Diesen kann die APG durch ihre verfügbaren Regelreserven ausgleichen. Relevanz für das europäische Stromversorgungssystem erhält das Naturphänomen durch die Tatsache, dass in Kontinentaleuropa mittlerweile über 80.000 MW an Photovoltaikleistung am Netz sind. Bei voller Erzeugung entspricht dies in etwa dem Spitzenverbrauch Deutschlands. Für den teilweisen Ausfall dieser Erzeugungsleistung während der partiellen Sonnenfinsternis muss entsprechende Vorsorge getroffen werden.
Die E-Control begrüßt die umfassenden Vorkehrungsarbeiten durch die APG, sieht aber keine unmittelbare Bedrohung für die Versorgungssicherheit in Österreich. Die heimische Regulierungsbehörde geht davon aus, dass ein möglicher Ausfall der österreichischen Photovoltaikanlagen durch die vorhandenen Reserven gut kompensiert werden kann. Der Einfluss aus benachbarten Netzen lässt sich aber natürlich weniger gut prognostizieren. Deshalb sind auch die Vorkehrungen, die von der APG getroffen werden, absolut wichtig.

Vorsichtsmaßnahmen breit angelegt

Eine Unwägbarkeit in der Vorbereitung auf die partielle Sonnenfinsternis liegt bis dato noch in den Witterungsverhältnissen des 20. März. Österreich ist voll in das europäische Netz integriert, bei hohem Aufkommen von Wind- und Photovoltaikerzeugung gibt es daher auch hohe Stromimporte nach Österreich. Sollte Europa am betreffenden Tag wolkenverhangen sein, werden sich die Schwankungen in der Stromeinspeisung aus Photovoltaikerzeugung in engen Grenzen halten. Verdunkelt sich die Sonne an einem wolkenlosen Tag in relativ kurzer Zeit um bis zu 80 Prozent, so bricht das Sonnenstromaufkommen ebenso rasch sehr stark ein. Die APG hat ihre Vorsichtsmaßnahmen für den 20. März daher sehr breit angelegt. Die maximal möglichen Erzeugungsausfälle können durch die APG-Regelreserven ausgeglichen werden. Im Rahmen ihrer Störfallmanagement-Vereinbarungen hat die APG außerdem die Möglichkeit, die heimischen Pumpspeicherkraftwerke strategisch einzusetzen. Das APG-Personal, insbesondere die diensthabenden System-Operatoren in der APG-Steuerzentrale werden seit Wochen auf den 20. März vorbereitet. Speziell für den betreffenden Tag angesetzte Telefonkonferenzen mit den Übertragungsnetzbetreibern der Nachbarländer werden eine entsprechende Abstimmung der zu treffenden Maßnahmen sicherstellen. Wenige Tage vor dem Ereignis wird eine exakte Wetterprognose der ZAMG weiteren wesentlichen Dateninput für die Planung des 20. März liefern.