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12.11.2014
APG setzt AutoMOT von TertiƤrregelung in Betrieb
Einführung einer automatischen Abruflösung für den Tertiärregelenergiemarkt mit den Anbietern (AutoMOT)
 

Zur Aufrechterhaltung und Sicherstellung des Ausgleichs zwischen erzeugter und verbrauchter Energie innerhalb der Regelzone kommt die Tertiärregelung (TRL) zur Ablöse aktiver Sekundärregelung zum Einsatz. Reservegruppen und technische Anlagen, die für den Tertiärregelenergiemarkt geeignet sind, wurden bisher durch telefonische Anforderung zwischen den Dispatching-Zentren der APG und betroffener TRL-Anbieter abgerufen. 

Die APG und die TRL-Anbieter führten ab der Kalenderwoche 45/2014 ein elektronisches Verfahren zur Aktivierung der Tertiärregelung ein. Durch die automatische Übermittlung der Abrufanforderung kann ab jetzt die Aktivierung von den für Tertiärregelung geeigneten Regelreserven schneller und gleichzeitig getätigt werden. Der telefonische Eingriff wird nur noch im Notfall eingesetzt. Das Projekt AutoMOT (Automatisches Merit Order Tool) wurde in enger Koordinierung zwischen der APG und den TRL-Anbietern entwickelt und umgesetzt. Betreiber des AutoMOT-Systems ist die APG.  

AutoMOT reduziert die Mindestgebotsgröße von aktuell 25 MW (und 10 MW für das erste abgegebene Angebot) auf 5 MW für die Tertiärregelung. Damit können Anbieter kleinerer Anlagen, Pools von Reserveeinheiten sowie industrieller Anlagen einfacher an diesem Regelenergiemarkt teilnehmen. Gleichzeitig gewinnen die bisherigen Betreiber größerer konventioneller Kraftwerke durch die erhöhte Granularität des Produkts mehr Flexibilität bei der Bewirtschaftung ihrer Anlagen. Aus diesem Grund erfolgte bereits im Mai 2014 die Aktualisierung der Präqualifikationsbedingungen zur Teilnahme am Regelenergiemarkt. Die APG rechnet mit  einer Erhöhung des Wettbewerbs und der Liquidität in diesem Marktsegment. Zusätzlich zu den aktuell acht tätigen TRL-Anbietern haben bereits acht weitere potenzielle Anbieter ihr Interesse bekundet.

AutoMOT stellt durch die dafür benötigte technologische und infrastrukturelle Ausrüstung einen Modernisierungsschritt dar, der gleichzeitig auch mit den ENTSO-E-Standards konform geht. Auf Basis dieser Erweiterung wird auch die vom Network Code on Electricity Balancing angestrebte regelblockübergreifende Kooperationsinitiative im Bereich Tertiärregelung weiterentwickelt werden.