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Leitungsprovisorium Felbertauernleitung

21.06.2013

Ein Team von Experten, Geologen, Statikern und Technikern arbeitet seit Wochen an der Instandsetzung der für die Versorgungssicherheit Salzburgs und Österreichs wichtigen 380-kV-Felbertauernleitung. In den nächsten Tagen wird durch ein Provisorium die 1-systemige Funktionsfähigkeit wieder hergestellt und es erfolgt damit eine wesentliche Verbesserung der Versorgungssicherheit.

 

Leitungsprovisorium für die Felbertauernleitung wird in den nächsten Tagen fertig gestellt

An der Wiederherstellung der nach dem Murenabgang im Felbertal Anfang Juni beschädigten 380-kV-Leitung Tauern-Lienz wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet. Um die für die Versorgung des Bundeslandes Salzburg sehr wesentliche Versorgungslinie möglichst rasch wieder verfügbar zu machen, wird das beschädigte Teilstück mit einem Notgestänge, das gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesheer entwickelt wurde, auf einer Länge von ca. 1,5 Kilometern überbrückt. Damit wird der für Österreich so wichtige Stromversorgungsring binnen kürzester Zeit wieder geschlossen werden. „Die rasche Wiedererrichtung des beschädigten Teilstücks an der Felbertauernleitung ist sehr wichtig, um auch bei starker Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom die österreichische Netzsituation stabil halten zu können“, sagt APG-Vorstand Mag. Thomas Karall. Eine rasche Inbetriebnahme dieses Leitungszuges ist ein wesentliches Element für die Versorgungssicherheit bzw. zur Vorbeugung kritischer Lastflusssituationen, die im Sommer aufgrund des raschen Ausbaus erneuerbarer Energien in Österreich und Europa (v.a. Norddeutschland) auf die APG zukommen.

 

Salzburgleitung ist wichtiges Energiewende-Projekt

Die Salzburgleitung ist nicht nur ein wichtiges Energiewende-Projekt, sondern auch und insbesondere für die Versorgung des Bundeslandes Salzburg von enormer Bedeutung. Rund 60 Prozent des in Salzburg benötigten Stroms wird über das Hochspannungsnetz der APG geliefert. „Mittelfristig wird mit der Inbetriebnahme der Salzburgleitung die Integration der erneuerbaren Energien und ein optimales innerösterreichisches Management der Erneuerbaren im Sinn einer nachhaltigen Stromerzeugung gewährleistet“, verweist APG-Vorstand Dipl. Ing. Mag. (FH) Gerhard Christiner auf die gerade im UVP-Verfahren befindliche Salzburgleitung. „Damit hat das Projekt sowohl eine regionale, als auch eine wichtige gesamtösterreichische Dimension. Hinzu kommt der Investitionsimpuls, der vom Projekt Salzburgleitung ausgeht. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist ein Investitionsvolumen von rund 700 Mio. Euro – 600 Mio. Euro im Übertragungsnetz und 100 Mio. Euro im Verteilnetz des Projektpartners Salzburg AG – auch für die Salzburger Wirtschaft ein wesentlicher Impuls.“

Mit dem neuen Regierungsprogramm hat auch Salzburg ein Bekenntnis zu „100% erneuerbarer Energie bis 2050“ abgegeben. „Österreich ist ein Land voller erneuerbarer Energieressourcen. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Wasserkraft – hier vor allem auf die Pumpspeicherkraftwerke in den Alpen, die die ideale Ergänzung zu den Wind- und Fotovoltaik-Potenzialen in Ostösterreich darstellen. Dieses große österreichische Asset kann nur durch eine gesamthafte Planung und Umsetzung mit der notwendigen Stromnetzinfrastruktur zum Wohle der österreichischen Volkswirtschaft genutzt werden. Die volatilen Produktionsformen beispielsweise im Burgenland oder in Niederösterreich können nur im Zusammenwirken mit den Pumpspeichern in den Alpen wirksam gemanagt werden. Und dies ist wiederum nur möglich, wenn diese neuen Erzeugungszentren durch ein starkes Übertragungsnetz untereinander und mit den großen Verbrauchszentren verbunden sind. Dieses Stromsystem der Zukunft muss bundesweit gedacht und geplant werden“, ergänzt Christiner.

Die APG ist bereit, sich in die regionalen Planungen, unter anderem in den Salzburg Masterplan erneuerbare Energien 2020 konstruktiv einbringen und freut sich in diesem Zusammenhang auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit der neuen Salzburger Landesregierung unter LH Haslauer und LH-Stv. Rössler. Damit ist auch gewährleistet, dass das UVP-Verfahren der Salzburgleitung rechtskonform und konstruktiv durchgeführt wird.