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Neuer Trassenvorschlag für 380-kV-Leitung bringt viele Vorteile

22.06.2010

Offene Punkte über Trassenverlauf sind im Dialog mit Bevölkerung und im Behördenverfahren zu klären.

Von einem großen Schritt zur sachlichen Weiterführung eines für Salzburg wichtigen Infrastrukturprojektes sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach der dritten Sitzung des Lenkungsausschusses "Salzburgleitung 2", in dem am 22. Juni die Spitzen der Landesregierung sowie des Verbunds und der Salzburg AG vertreten waren. Ziel und Aufgabe dieser gemeinsamen Arbeit von Land, Verbund, ÖBB und Salzburg AG war es, Konfliktfelder bei der Trassenfindung für die 380-kV-Leitung zu reduzieren, die Wünsche und Bedürfnisse der Bevölkerung zu berücksichtigen und dafür zu sorgen, dass wichtige Vorfragen geklärt werden.

Diesem Auftrag wurde von der gemeinsam eingesetzten Expertengruppe in einem intensiven Prozess nachgekommen. Die Expertengruppe hat heute ihren abschließenden Bericht abgegeben, der eine Empfehlung für einen Trassenkorridor zur Führung der 380-kV-Leitung durch Salzburg enthält. Auf diesen Trassenvorschlag, der dem Geist des Landeselektrizitätsgesetzes (LEG) entspricht, hatte sich die Expertengruppe nach elf Sitzungen, mehreren Fachexkursionen und hunderten Einzelgesprächen geeinigt.

Die Expertengruppe hielt sich dabei an jene Grundsätze, auf die man sich zu Beginn der Arbeiten verständigt hatte. Zu den wichtigsten dieser Grundsätze zählen:

  • Es sollen so wenig Menschen wie möglich von der Trasse betroffen sein.
  • Arbeitsgrundlage für den Trassenfindungsprozess ist das Landeselektrizitätsgesetz (LEG).
  • Eine Gemeinde übergreifende Sichtweise wurde gewählt.
  • Topographie, Raumordnung und Sichtbarkeit waren wesentliche Kriterien.
  • Infrastrukturbereinigung wurde als wichtiges Ziel definiert.
  • Die Möglichkeit zur Mitgestaltung für Gemeinden wurde vorgesehen.

Diesem Auftrag wurde in weiten Bereichen Rechnung getragen und maßgebliche Verbesserungsvorschläge erarbeitet, die ganz klare Vorteile für die Salzburgerinnen und Salzburger bringen: 

  • Insgesamt würden nach dem Trassenvorschlag der Arbeitsgruppe rund 250 Kilometer weniger Stromleitungen (durch den Abbau bestehender 220- und 110-kV-Leitungen) durch Salzburg führen. 
  • Durch den massiven Leitungsabbau würde sich die Zahl der betroffenen Bürgerinnen und Bürger gemessen an den Wohnobjekten um rund 4.300 verringen. Dazu kommen noch die durch die Demontage der 110-kV-Leitungen entlasteten Objekte. 
  • Insgesamt würden durch den neuen Trassenverlauf mehr als vier Millionen Quadratmeter Bauland von Leitungen entlastet. 
  • Die Leitung rückt weiter weg von Siedlungsgebieten.

Trotz aller Bemühungen der gemeinsamen Expertengruppe verbleiben dennoch Bereiche, in denen die vom LEG geforderte Akzeptanz noch nicht hergestellt werden konnte. Natürlich entstehen trotz aller Bemühungen auch durch den neuen Trassenvorschlag neue Betroffenheiten. Die weitere Optimierung des heute vorgelegten Trassenvorschlages wird daher die Aufgabe des demnächst beginnenden Dialogprozesses zwischen Verbund und betroffener Bevölkerung sein. 
Klar ist auch, dass der Endbericht der Expertengruppe die nach den gesetzlichen Vorgaben erforderliche Einreichung durch die Austrian Power Grid AG weder ersetzt, noch ein Präjudiz für behördliche Entscheidungen darstellt.
Insgesamt ist aber klar festzuhalten, dass durch die Arbeit der Expertengruppe und den gemeinsamen Prozess von Land und Verbund nun ein Trassenkorridor vorgelegt wurde, der die Anzahl der Betroffenen maßgeblich reduziert, neuen Raum für die positive Entwicklung vieler Gemeinden schafft und erheblich dazu beiträgt, den Strommastenwald in Salzburg zu reduzieren.

Burgstaller: Weitere Gespräche mit Gemeinden und Bevölkerung
"Die Salzburg-Leitung stellt ein zentrales Infrastrukturprojekt für den Wirtschaftsstandort Salzburg dar. Mit dem Bau der Leitung wird ein massives Investitionspaket in der Höhe von rund einer Milliarde Euro ausgelöst. Darüber hinaus ermöglicht dieses Projekt den größten Leitungsabbau in der Geschichte dieses Landes: Mehr als 250 km Stromleitung werden abgebaut. So schützen wir die Gesundheit unserer Bevölkerung und erhöhen die Lebensqualität. Und auch mehr als vier Millionen Quadratmeter Bauland können von Leitungen entlastet werden", betonte Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller.
"Die Salzburger Landesregierung hat sich festgelegt, die bestmögliche Lösung für die Menschen zu erarbeiten. Wir haben von Anfang an auf einen Dialog mit den Gemeinden und Bürgerinnen und Bürgern gesetzt, um eine Trasse mit der höchstmöglichen Akzeptanz zu finden. So konnten wir wesentliche Verbesserungen in der Trassenführung erreichen. Klar ist auch, dass mit dem vorgelegten Trassenkorridor noch nicht in allen Bereichen eine konsensfähige Lösung gefunden wurde. Hier sind weitere Gespräche mit Gemeinden und Bürgerinnen und Bürgern notwendig. Ich bedanke mich ausdrücklich bei der Arbeitsgruppe, die in intensiver Arbeit einen Vorschlag für einen Trassenkorridor vorgelegt hat. Wir nehmen den vorliegenden Bericht positiv zur Kenntnis und sehen ihn als wichtige Grundlage für die weitere Arbeit. Der Verbund ist jetzt gefordert, weiterhin den Dialog mit Gemeinden und Bürgern zu führen, um so die bestmögliche Lösung für Salzburg und seine Bürger zu finden", betonte Landeshauptfrau Burgstaller.

Haslauer: Dem Ziel ein Stück näher gekommen
"Der Bau der 380-kV-Salzburg-Leitung ist ein zentrales energie- und wirtschaftspolitisches Projekt, das von der Landesregierung ganz klar unterstützt wird. Wichtig ist mir aber auch eine Ausführung der Leitung, die einen massiven Abbau bestehender Leitungen und eine möglichst geringe Belastung für Mensch und Landschaft bringt. Der gemeinsame Prozess von Land und Verbund und die Optimierung der bisherigen Leitungstrassen haben uns diesem Ziel ein gutes Stück näher gebracht", sagte Wirtschaftsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer. "Ich verschweige aber nicht, dass es immer noch Konfliktbereiche gibt, die im Dialog zwischen Verbund und Bevölkerung beziehungsweise im Verfahren gelöst werden müssen. Klar ist für die Landesregierung, dass dabei die Spielregeln des Landeselektrizitätsgesetzes gelten. Der Umstand, dass viele Menschen von Leitungen entlastet werden, dass ein großer Teil der Trasse gefunden und außer Streit gestellt ist, kann aber durchaus positiv gewertet werden. Ich danke Verbund, Salzburg AG und ÖBB für ihre konstruktive Haltung und hoffe, dass auch die nächsten Schritte im Verfahren von diesem konstruktiven Geist geprägt sind", sagte Dr. Haslauer.

Anzengruber: Wichtiges Infrastrukturprojekt für Salzburg
"Ich freue mich sehr, dass nun gemeinsam mit dem Land Salzburg ein Trassenkorridor-Vorschlag gefunden werden konnte. Die Salzburgleitung 2 ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für Salzburg, aber auch für Österreich und ganz Europa. Gesamtinvestitionen in der Höhe von rund einer Milliarde Euro können abgerufen werden, mehr als 250 Leitungskilometer werden demontiert. Mit dieser Leitung wird nicht nur der 380-kV-Sicherheitsring im Westen Österreichs geschlossen, auch das Potenzial erneuerbarer Energien in Österreich kann nur mit dieser Leitung optimal genutzt werden", erklärte der Vorstandsvorsitzende der VERBUND AG, Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber.

Grafiken zu dieser Meldung können auf www.salzburg.gv.at/folien_380-kv.ppt abgerufen werden.