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Netzverbund

Ein starkes Stromversorgungsnetz für ein starkes Europa

Seit Ende der 1990er Jahre hat sich aus den verschiedenen nationalen Stromübertragungsraten ein kontinentaleuropäisches Stromnetz herangebildet. Der sogenannte Netzverbund besteht aus 24 nationalen Netzen und versorgt rund 450 Millionen Menschen sicher und zuverlässig mit Strom. 

Die Koordination und Steuerung im Netzverbund stellt die nationalen Netzbetreiber vor große Herausforderungen. Allerdings bringt der internationale Netzverbund viele Vorteile – insbesondere eine enorme Erhöhung er Versorgungssicherheit in Europa.

So kann im Netzverbund etwa bei Ausfällen von größeren Kraftwerken oder Leitungssystemen die dabei auftretende Erzeugungslücke, und damit die Gefahr eines Spannungs- oder Frequenzabfalls bzw. eines Totalausfalles des Stromnetzes ("Black-out"), von der Gesamtheit aller Kraftwerke in Europa abgemildert und gemeinsam über die automatische Netzregelung (Primär- und Sekundärregelung) rasch wieder kompensiert. Je mehr stark schwankende Erzeugung im Netz besteht (z. B. Windkraftwerke), desto wichtiger ist diese Ausgleichsfunktion des Netzes und die Absicherung durch möglichst viele Kraftwerkseinheiten.

Alle befolgen dieselben Regeln

Die Führung eines Verbundnetzes ist nur möglich, wenn alle daran beteiligten Netzbetreiber gemeinsam erarbeitete, globale Regeln befolgen, wie z. B. die Regelung der gemeinsamen Frequenzhaltung oder das Prinzip, dass bei Ausfall eines einzelnen Netzelements auf den verbleibenden Netzelementen keine unzulässige Belastung auftreten darf. Dazu haben sich die Mitglieder des Netzverbunds in Kontinentaleuropa auf gemeinsame Normen und Regeln geeinigt, die im sogenannten "Operation Handbook" festgeschrieben sind und über einen multilateralen Vertrag zwischen den beteiligten Netzbetreibern (MLA = Multilateral Agreement) verpflichtend abgesichert wurden. Verstöße gegen diese Regeln ziehen gravierende Strafen nach sich.

Grenzüberschreitende Kooperationen der Netzbetreiber

Zur besseren Bewältigung der aus der Marktöffnung erwachsenden neuen Herausforderungen wurde im Jahr 1999 die ETSO (European Transmission System Operators) als Zusammenschluss der vier bereits bestehenden Netzbetreiber-Organisationen (UCTE, NORDEL, ATSOI und UKTSOA) in Europa gegründet.

Im Juli 2009 wurden alle diese Organisationen in die neue Dachorganisation ENTSO-E (European Network of Transmission System Operators for Electricity) integriert. Die UCTE besteht weiterhin als "Regional Group Continental Europe" und bleibt der Ansprechpartner für die Behandlung aller länderübergreifenden Koordinierungsfragen in Kontinentaleuropa. Darüber hinaus unterhält die Austrian Power Grid AG enge Beziehungen zu den benachbarten Netzbetreibern in Deutschland, Italien, der Schweiz, Slowenien, Slowakei, Polen, Tschechien, Ungarn und Kroatien.