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Langfristiger Beschaffungsprozess für Verlustenergie in der Regelzone APG

Die teilnehmenden Netzbetreiber (NB) senden jährlich die Langfristprognosedaten (LFPD) ihrer Bilanzgruppe für Netzverluste an die APG. Die Prognosedaten decken den Zeitraum der nächsten drei Jahre ab. Aktualisierungen dieser Prognosen durch die Netzbetreiber erfolgen, sobald sich die aktuellen Prognosedaten wesentlich von den gesendeten unterscheiden (z. B. nach Änderungen der Netzstruktur).

Die Langfristprognosedaten der Netzbetreiber werden von APG kumuliert und als Basisdaten für das Portfoliomanagement herangezogen. Als Ergebnis des Portfoliomanagements ergeben sich Standardprodukte, wie sie z.B. auch an Strombörsen gehandelt werden (jährliche, quartalsweise und monatliche Base- und Peak-Produkte), sowie entsprechende Leistungen (MW) und Zeitpunkte, an denen diese Produkte mit Hilfe einer internetbasierten Ausschreibungsplattform interessierten Anbietern offeriert werden. Der Beschaffungshorizont für Verlustenergie durch die APG beträgt jeweils zwei Jahre im Vorhinein (d. h. 2015 werden Produkte für 2016 und 2017 ausgeschrieben) und gliedert sich in regelmäßige Ausschreibungen zur Abdeckung der benötigten Mengen. Für die Teilnahme an diesen Ausschreibungen ist eine Registrierung durch die APG notwendig.


Portfoliomanagement

Das Portfoliomanagement für die Beschaffung von Verlustenergie geht von den kumulierten Langfristprognosedaten der Netzverluste aus. Ziel des Portfoliomanagements ist es, eine optimierte Zerlegung eines vorgegebenen Einkaufs- bzw. Lastprofils in Standardprodukte zu erreichen. Darüber hinaus wird eine Strategie entwickelt, wann welche Produkte und Mengen eingekauft werden. Der Beschaffungshorizont beträgt zwei Jahre im Voraus, d. h. 2015 werden Mengen für 2016 und 2017 beschafft. Die Ausgangsgröße für die Lastgangzerlegung ist das Lastprofil, das aus der Summe der Langfristprognosedaten gewonnen wird. Dieses Profil kann nun durch Standardprodukte (Base- oder Peak-Produkt) angenähert werden, wobei sich jedoch stets auch auszugleichende Restpositionen ergeben. Diese Residualposition stellt die Energiemenge dar, die je Zeiteinheit (z. B. auf stündlicher Basis), als Differenz zwischen Langfristprognosedaten und der Zerlegung in Standardprodukte entsprechend auszugleichen ist. In Abhängigkeit von der gewählten Zerlegung können diese Restpositionen unterschiedlich ausfallen und lassen sich daher nach verschiedenen Zielfunktionalen optimieren.

Lastgangzerlegung und Hedgingstrategie

 

 

Ist die Frage der Lastgangzerlegung geklärt, so besteht immer noch die Frage, zu welchem Zeitpunkt die ermittelten Base- und Peak-Produkte beschafft werden sollen. Durch eine Aufteilung der Beschaffung auf mehrere Zeitpunkte wird das Risiko eines ungünstigen Beschaffungszeitpunktes minimiert. Die APG führt die Ausschreibungen daher regelmäßig, zu im Vorhinein angekündigten Zeitpunkten, durch.