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TRANSPARENTE PLANUNG BEI DER PROJEKTENTWICKLUNG

Wie wird die Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich geplant?

Mit dem Projekt „Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich“ wird das Stromnetz und die Anspeisung des Zentralraumes Oberösterreich für die Herausforderungen der Zukunft weiterentwickelt. Dabei handelt es sich um ein komplexes und sehr umfangreiches Vorhaben mit mehreren unterschiedlichen Projektteilen:

  • Ersatzneubau einer 220-kV-Leitung vom Umspannwerk Kronstorf bis zum Anschlusspunkt in Asten (Richtung Wegscheid)
  • Ersatzneubau einer 220/110-kV-Leitung vom Umspannwerk Ernsthofen bis zum Anschlusspunkt in Asten (Richtung Pichling)
  • Ersatzneubau einer 220/110-kV-Leitung vom Umspannwerk Wegscheid Richtung Hütte Süd
  • Ersatzneubau einer 110-kV-Leitung im Bereich der Traunauen bis zu den Umspannwerken Fernheizkraftwerk (FHKW) Linz Süd und Hütte Süd
  • Verstärkungen des bestehenden Kabelabschnittes im Bereich des UW Pichling
  • Neubau einer 110-kV-Leitung im Bereich der Autobahn bei Asten
  • Änderungen und Optimierung der Leitungsführungen im Bereich der Ennskreuzungen und Neubau einer 110-kV-Leitung über die Enns
  • Spannungsumstellung auf 220-kV der bestehenden Leitungsabschnitte zwischen den Anschlusspunkten in Asten und den Umspannwerken Wegscheid und Pichling
  • Demontage der bestehenden 110-kV-Leitung (Hiesendorf/Enns - Schaltwerk St. Pantaleon)
  • Demontage weiterer 110-kV-Leitungen
  • Ausbau in den Umspannwerken Ernsthofen, Kronstorf, Pichling, Wegscheid, Tillysburg und FHKW Linz Süd

 

Die Umsetzung aller Projektbestandteile schafft einen neuen, leistungsfähigen 220-kV-Versorgungsring sowie ein leistungsfähiges 110-kV-Verteilnetz. So wird der Wirtschafts- und Lebensraum Oberösterreich mit einer nachhaltigen Stromversorgung für die nächsten Generationen gesichert.

 

Planung der Ersatzneubauten

Die Planungen für die vorgesehenen Ersatzneubauten bestehender Leitungsabschnitte stellen neben den Planungen für die Umspannwerke die umfangreichsten Arbeiten im Gesamtkonzept dar. Hier werden bestehende Leitungstrassen von APG, Netz OÖ und LINZ NETZ für die Errichtung der neuen Leitungen genützt.

Innerhalb der Planungskorridore entlang den bestehenden Stromleitungen wird Schritt für Schritt an den neuen optimierten Leitungstrassen gearbeitet. Dabei werden bei der Planung folgende Kriterien besonders berücksichtigt:

  • Planung unter Einbeziehung der Gemeinden, Grundeigentümer und Anrainer
  • Berücksichtigung von Planungsinteressen und Bedürfnissen von Mensch und Natur
  • Mögliche Bündelungen mit bereits bestehender Infrastruktur

 

Spannungsumstellung an bestehenden Leitungsabschnitten

Auf zwei Leitungsabschnitten wurden bereits vor mehreren Jahren Maßnahmen zur Modernisierung umgesetzt. Diese Leitungsanlagen sind bereits für einen Betrieb mit 220-kV ausgelegt, und es sind hierfür nur punktuelle Adaptierungen notwendig. Im Abschnitt zwischen Asten und dem Umspannwerk Wegscheid sind geringfügige Erhöhungen einzelner Maste geplant.

 

Aus- und Umbauten in bestehenden Umspannwerken

Neben den notwendigen Ersatzneubauten bzw. Spannungsumstellungen der Leitungen, müssen auch umfangreiche Arbeiten in sechs Umspannwerken durchgeführt werden. Hierbei handelt es sich um folgende Projektteile:

  • Errichtung einer 380/220-kV-Umspannung und 380-kV-Ausbau im Umspannwerk Kronstorf (als zweiter leistungsfähiger Anspeisepunkt)
  • Um- und Neubau von 220-kV-Anlagenteilen in den Umspannwerken Ernsthofen und Kronstorf sowie in Pichling und Wegscheid inkl. 220/110-kV-Umspannungen
  • Um- und Neubau von 110-kV-Anlagenteilen in den Umspannwerken Tillysburg und FHKW Linz Süd

APG, Netz OÖ und LINZ NETZ müssen bereits bei der Einreichung des Projekts zur behördlichen Prüfung darstellen, dass das Vorhaben den gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Schutz von Mensch und Natur entspricht. Für die Ausarbeitung des Projekts ist es daher erforderlich, dass Experten und Gutachter - für die zu untersuchenden rund 20 Fachbereiche -  Erkundungen im Planungsgebiet vornehmen. Dafür müssen auch Grundstücke im Privatbesitz betreten bzw. befahren sowie teilweise Untersuchungen vor Ort vorgenommen werden. Damit dies rechtlich zulässig ist bzw. im Auftrag der Projektwerber durchgeführt werden kann, wurden beim Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie bei der OÖ Landesregierung Vorarbeitenbescheide beantragt und ausgestellt. Sofern bei den Erkundungen Flurschäden entstehen, werden diese von den Projektwerbern entsprechend der Vergütungsrichtlinie der Landwirtschaftskammer OÖ abgegolten.

 

Wie wird der Ersatzneubau aussehen?

Die Mastbilder der neuen Leitungsabschnitte werden im Zuge der Projektplanungen fixiert. Beispielhaft sind hier Mastbilder für 220-kV-Leitungen (Mastbild „Tonne“ oder „Donau“) und für eine 220/110-kV-Leitung dargestellt. Auf dem westlichen Leitungsabschnitt zwischen dem Umspannwerk Kronstorf und dem Anschlusspunkt Asten wird voraussichtlich das Mastbild „Tonne“ oder „Donau“ zum Einsatz kommen. Beim östlichen Leitungsabschnitt vom Umspannwerk Ernsthofen bis Asten sowie von Wegscheid Richtung Hütte Süd sind mit dem Mastbild „220/110-kV“ Mitführungen von 110-kV-Leitunssystemen geplant.

Wie hoch die Maste an den einzelnen Standorten werden, hängt nicht nur von der Spannungsebene ab. Hier spielen vor allem die örtlichen Gegebenheiten eine große Rolle. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind dabei:

  • Länge des Spannfeldes (Bereich zwischen zwei Masten)
  • Geländeform innerhalb eines Spannfeldes (z.B. Geländekuppen)
  • mögliche Hindernisse, welche überspannt werden müssen (z.B. andere Leitungen oder Straßen)
  • Mitführung von 110-kV-Leitungssystemen

 

Die entsprechende Höhe wird während der Planungsphase im Sinne der oben angeführten Kriterien optimiert – weiterführende Informationen dazu erfolgen in den geplanten Bürger-Informationstagen und in persönlichen Gesprächen mit den Grundeigentümern und Anrainern.