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Frequenzabweichung im europäischen Stromnetz

15.01.2019

Am 10. Jänner 2019, um 21.02 Uhr, kam es zu einem europäischen Frequenzabfall auf 49,8 Hz. Die Unterfrequenz wurde innerhalb weniger Sekunden wieder in den Griff bekommen.

Die Ursache war voraussichtlich eine Verkettung von mehreren Umständen:

Zum einen die üblichen Schwankungen beim Übergang der Lastdeckung von einem Kraftwerk zum anderen (typischerweise zum Stundenwechsel, marktinduzierte Frequenzabweichungen) und zum anderen durch einen Datenfehler bei einem ausländischen Übertragungsnetzbetreiber - konkret ein Wert an einer Übergabestelle an der deutsch-österreichischen Grenze im Netzregler der TenneT. 

Ob es weitere Ursachen gegeben hat, ist Gegenstand einer europäischen Untersuchung im Rahmen der ENTSO-E (European Network of Transmission System Operators).

Das europäische, automatische Lastenmanagement – das Schutzkonzept in solchen Fällen – hat erfolgreich funktioniert und dafür gesorgt, dass die Frequenz nicht weiter absackte und innerhalb von Sekunden stabilisiert werden konnte.

In Österreich kam es zu keinen Verbrauchsausfällen – auch waren keine Eingriffe im österreichischen Netz notwendig.

Dieser Vorfall ist nicht mit jenem von 2006 zu vergleichen: damals war eine Leitungsüberlastung die Ursache, welche zu einer Teilung Europas in drei Frequenzbereiche führte. Dieses Mal blieb das gesamteuropäische Netz miteinander verbunden.