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TU Wien alumni club Veranstaltung bei APG

10.12.2012

Cont_ACT am 5. Dezember 2012 – zu Besuch bei der APG 
 
Der TU Wien alumni club besuchte exklusiv das Nervenzentrum der heimischen Stromversorgung - die Power Grid Control...
 
Die rund 100 BesucherInnen konnten in Kurzführungen einen Überblick über den Aufgabenbereich der APG bzw. der Power Grid Control gewinnen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde mit VERBUND-Generaldirektor DI Wolfgang Anzengruber, APG-Vorstandsdirektor DI Dr. Heinz Kaupa und Prof. Dr. Wolfgang Gawlik von der TU Wien gemeinsam mit Moderatorin Mag. Helene Czanba vom TU Wien alumni club über die Zukunftsperspektiven der Energieversorgung gesprochen.
 
Die TeilnehmerInnen konnten aus den Diskussionen vor allem mitnehmen, wie komplex die Versorgung in Österreich tatsächlich ist. Was für viele als "Selbstverständlich" gesehen wird - ist ein sehr großer Koordinationsaufwand, vor allem da Österreich ein kleines Land in der Mitte Europas ist.
 
Auf die Frage warum die Energiediskussion immer den Strom in den Mittelpunkt stellt antwortet Wolfgang Anzengruber pragmatisch: “Strom ist die effizienteste Form der Energie – wobei derzeit rund 20% des Energiebedarfs durch Strom abgedeckt werden. Die größten Vorteile des Stroms sind die leichte Transportierbarkeit und der extrem billige Preis – die Wirtschaft erwartet eine Verdoppelung des Marktanteils von Strom auf rund 40%. Früher war Strom ein Aristokratiethema – heute ist Strom für jeden verfügbar.”
 
“Die Energiewende mit dem Ziel, mittel- bis langfristig ausschließlich auf erneuerbare Energie zurückgreifen zu können steht im Moment im Blickfeld der Medien und der Politik. Dabei sind es vor allem die Übertragungsnetze, die den Engpass bilden”, so Heinz Kaupa.

Da durch die Stromnetzliberalisierung keine zentrale Steuerung mehr möglich ist, gilt es vor allem die Energieflüsse zu koordinieren. In Zukunft wird der Ausbau der Übertragungsnetze noch wichtiger, als dies ohnedies schon jetzt der Fall ist. Vergangene Woche hatten wir in Österreich beispielsweise eine sehr kritische Situation, die vor allem durch punktgenaue Planung abgefangen wurde. Sehr viel Wasser am Balkan und kein Wind, bedeuten ein Ungleichgewicht an Bedarf und Nutzung in den unterschiedlichen Regionen Europas, also wird sehr viel mehr Strom über die Übertragungsnetze transportiert als gewöhnlich.
 
Die gestiegenen Investitionen in Photovoltaik und Windkraftanlagen sind nicht ausschließlich positiv zu betrachten, denn die Leitungen, um diese produzierten Strommengen zu transportieren, fehlen.
Gawlik wünscht sich mehr Anerkennung und Bewußtsein für das hervorragende Funktionieren des komplexen Systems der Stromversorgung.