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Leitungsprovisorium in Betrieb genommen

20.03.2012

Am 16. Februar wurde die 220-kV-Leitung zwischen den Umspannwerken Salzburg und Tauern durch einen ungewöhnlich starken Lawinenabgang außer Betrieb gesetzt. Aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse gestalteten sich die Instandsetzungsarbeiten enorm schwierig. Der Bereich Salzburg Stadt konnte durch den ersten, 2011 realisierten Bauabschnitt der 380-kV-Salzburgleitung weiter sicher und ausreichend mit Strom versorgt werden. Aufgrund der Bedeutung der Leitungsverbindung wurde entschieden, ein Leitungsprovisorium einzurichten.

 

Am 16. Februar wurde ein Strommast an der 220-kV-Leitung, die vom Süden aus zur Stadt Salzburg führt, im Bereich des Hagengebirges durch einen extremen Lawinenabgang schwer beschädigt. Die Leitung war seitdem außer Betrieb. Die Versorgung des Bereichs Salzburg Stadt konnte durch den ersten Bauabschnitt der 380-kV-Salzburgleitung aufrechterhalten werden.

 

Instandsetzungsarbeiten unter Extrembedingungen erfolgreich

Nach zwei Wochen Bauzeit konnte das unter größten Anstrengungen errichtete Leitungsprovisorium zur Absicherung der Salzburger Stromversorgung in Betrieb genommen werden. Da der Leitungsschaden an einer sehr schwer zugänglichen Stelle der für die Versorgungssicherheit Salzburgs enorm wichtigen 220-kV-Leitung aufgetreten war, musste zuvor der 15 Kilometer lange Zufahrtsweg zum schadhaften Strommasten oberhalb des Blühnbachtals sowie das betroffene Mastfundament vom meterhohen Schnee befreit werden. Aufgrund der andauernden Lawinengefahr und des denkbar schlechten Wetters ist dem APG-Team mit der Errichtung des Provisoriums in der Höhe von 1.500 Metern in so kurzer Zeit wahrlich eine Meisterleistung gelungen.

Nach dem Ausfall der Leitung mussten große Pumpspeicherkraftwerke in den Alpen ihren Betrieb teilweise einschränken. Mit der Errichtung des Provisoriums können nun die getroffenen Not-Maßnahmen weitgehend zurück genommen werden.

 

Neuer Strommast für die Leitung im Hagengebirge

Das Leitungsprovisorium bleibt nun so lange im Einsatz, bis das zerstörte Mastfundament saniert und ein neuer Strommast errichtet ist. Die dafür notwendigen statischen Berechnungen sind bereits erfolgt, die Vorfertigung der neuen Mastteile seit einer Woche in Gang. Bis Mitte Mai soll der Mast fertig sein. Danach wird die rund 60 Jahre alte Leitungsverbindung wieder den Normalbetrieb aufnehmen können.

 

Stabile Netzsituation dank 380-kV-Ringkonzept der APG

Dank des 2011 realisierten ersten Bauabschnitts der 380-kV-Salzburgleitung konnte die Versorgungssicherheit im Raum Salzburg Stadt (aus dem Norden Österreichs) während des gesamten Leitungsausfalls gewährleistet werden. Der Rest Salzburgs wurde über das Umspannwerk Tauern (über den Süden Österreichs) versorgt. Durch den Ausfall der 220-kV-Leitung zwischen den Umspannwerken Salzburg und Tauern war ein gesicherter Nord-Süd-Stromtransport nicht mehr möglich. Die Netzsituation war stets stabil, wenn auch angespannt.

„Das aktuelle Ereignis zeigt einmal mehr die Bedeutung des Ringkonzepts im Übertragungsnetz der APG, das sich in derartigen Situationen besonders bewährt: Es bietet die Möglichkeit, auch bei Ausfall eines Teils der Ringleitung alle großen Ballungs- und Verbrauchszentren versorgen zu können“, so Dipl.-Ing. Mag.(FH) Gerhard Christiner, Technischer Vorstandsdirektor der Austrian Power Grid AG.