Bisamberg

APG investiert 70 Mio. Euro in Netzknoten Bisamberg

18.10.2011

Mit einer Trafotaufe schloss die Austrian Power Grid AG (APG), Österreichs überregionaler Stromnetzbetreiber, heute ein 46 Millionen Euro schweres Investitionsprojekt im Umspannwerk Bisamberg ab. In den kommenden fünf Jahren sollen weitere 24 Mio. Euro in die Verstärkung des Standorts – einer der wichtigsten Knotenpunkte im APG-Versorgungsnetz – fließen.

 

Vormarsch der Erneuerbaren erfordert Netzverstärkung

Die Stromnetzbetreiber quer durch Europa reagieren auf die massive Zunahme von Stromaufkommen aus erneuerbaren Energieträgern und rüsten ihre Netze auf. Diese Verstärkungsmaßnahmen sind notwendig, um auch in Zukunft die Stromversorgung Europas mit der gewohnten Sicherheit und Qualität gewährleisten zu können. „Die Energiewende stellt uns vor noch nie dagewesene Herausforderungen“, sagt APG-Vorstand Dipl.-Ing. Dr. Heinz Kaupa. „Erneuerbare Energien spielen schon seit vielen Jahren eine Rolle. Aber das Wachstumstempo von Wind- und Sonnenkraft hat mit den Ereignissen in diesem Frühjahr massiv zugenommen.“

Die Zielvorgabe aus dem heuer novellierten österreichischen Ökostromgesetz ist eine Verdreifachung der installierten Windkraftleistung bis 2020, im Bereich der Photovoltaik sogar eine Verzwölffachung im selben Zeitraum. „Unsere Stromübertragungsnetze stammen zu einem Gutteil aus den 50er und 60er Jahren“, sagt APG-Vorstand Mag. Thomas Karall. „Angesichts der Entwicklungen der letzten Jahre, die einen Paradigmenwechsel im Stromversorgungssystem Europas mit sich gebracht haben, liegt der  enorme Modernisierungs- und Ausbaubedarf auf der Hand. Die neuen Parameter, an welchen sich die Netze von morgen ausrichten müssen, sind ein europäischer Strommarkt ohne Grenzen und ein Erzeugungsmix, in dem erneuerbare Energien die zentrale Rolle spielen.“

Die Übertragungsnetze müssen künftig in der Lage sein, die starken Schwankungen im Stromaufkommen aus Wind und Sonne auszugleichen und Strom aus riesigen verbraucherfernen Produktionszentren über weite Strecken zu den wichtigen Ballungszentren sowie zu den Pumpspeichern in den Alpen zu transportieren.

 

Zwei neue 380-/110-kV-Transformatoren erhöhen die Versorgungssicherheit Österreichs

Wesentlicher Bestandteil der Modernisierungsarbeiten war die Installation zweier top-moderner 380-/110-kV-Transformatoren mit einer Leistung von je 300 MVA. Die beiden Trafos als ganz zentrale Anlagenelemente wurden in einem Festakt feierlich getauft. Die Taufpaten waren VERBUND Vorstandsmitglied Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer und der Abgeordnete zum niederösterreichischen Landtag Ing. Hermann Haller.

„Die VERBUND-Netztochter APG investiert bis 2020 rund zwei Milliarden Euro in die österreichische Stromnetzinfrastruktur“, führt Baumgartner-Gabitzer aus. „Diese Investitionen sind nicht nur ein ganz wesentlicher Schritt in Richtung der Energiewende. Sie sind auch ein wichtiger Impuls in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Etwa 80 Prozent der Wertschöpfung der APG-Projekte verbleiben in Österreich.“

 

Foto: Christian Jobst