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Ab 2011 Verantwortung für 95% des Übertragungsnetzes

17.10.2010

Austrian Power Grid AG betreibt ab 2011 auch das Übertragungsnetz in Tirol; das Tiroler Übertragungsnetz bleibt im Eigentum der TIWAG-Netz AG; Stärkung der österreichischen Position im Europäischen Netzverbund.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten heute die Austrian Power Grid AG, die TIWAG-Netz AG und die Regulierungsbehörde E-Control eine wesentliche Weichenstellung im österreichischen Hoch- und Höchstspannungsnetz vor. Das Tiroler Übertragungsnetz wird ab Jänner 2011 von der APG betrieben. Damit spricht Österreich im Europäischen Netzverbund nun (fast) mit einer Stimme, denn die Austrian Power Grid AG ist nunmehr für den zuverlässigen, leistungsfähigen und diskriminierungsfreien Betrieb von 95 % (bisher 85 %) des Österreichischen Übertragungsnetzes verantwortlich.

„Die Vorbereitungszeit dauerte rund ein Jahr“, erklärt Austrian Power Grid AG Vorstand Mag. Thomas Karall. Von den ersten Gesprächen mit der TIWAG-Netz AG bis zur Genehmigung der Bundeswettbewerbsbehörde und der effektiven Übernahme der Betriebsführung waren umfangreiche technische und rechtliche Vorarbeiten notwendig. Die Steuerung des Tiroler Übertragungsnetzes erfolgt von der Hauptschaltleitung in Wien Südost aus, die im letzten Jahr neu eröffnet wurde und die bereits auf die neuen Aufgaben ausgelegt wurde.

Als Regelzonenführer für ganz Österreich - mit Ausnahme von Vorarlberg - ist die APG für den physikalischen Ausgleich zwischen Stromaufbringung und Strombedarf in der gesamten Regelzone verantwortlich. „Die Austrian Power Grid AG hat entsprechend dem gesetzlichen Auftrag das Hoch- und Höchstspanungsnetz in der Regelzone zuverlässig, leistungsfähig und diskriminierungsfrei zu betreiben und zu erhalten“, so Karall. Das beinhaltet auch den gesamten notwendigen Netzausbau, um für die Anforderungen der Zukunft gerüstet zu sein.

„Die Tiroler Stromkunden ersparen sich zusätzliche Netzkosten“, beantwortet TIWAG-Netz AG Vorstand Mag. Dr. Erich Entstrasser eine wesentliche Frage aus dem Bundesland. „Die Übertragungsleitungen bleiben weiterhin im Eigentum der TIWAG-Netz AG und damit ist diese für Tirol wichtige Infrastruktur auch für die nachfolgenden Generationen gesichert“, ergänzt Entstrasser. Die steigenden Anforderungen an die Übertragungsnetzbetreiber hätten in Tirol zu markanten Mehrkosten im Übertragungsnetz geführt. Durch die neue Zusammenarbeit können den Tiroler Stromkunden nun weiterhin günstige Netztarife angeboten werden. Die Kooperation gewährleistet außerdem den Fortbestand des für die Stromversorgung Tirols seit Jahrzehnten bewährten thermo-hydraulischen Verbundes mit dem Nachbarland Deutschland. Dabei wird Spitzenstrom und Regelleistung nach Deutschland exportiert und in Tirol zu wenig vorhandener Grundlaststrom importiert.

Der Geschäftsführer der Regulierungsbehörde E-Control, DI Walter Boltz, begrüßt die Zusammenführung der beiden Regelzonen als wichtigen Meilenstein in der langjährigen positiven Entwicklung des österreichischen Elektrizitätsmarktes und als besonders wichtigen Beitrag zur zukunftsorientierten Stromversorgung aller österreichischen Stromkunden. Auslöser der Kooperation war das dritte Energiemarkt-Liberalisierungspaket (3rd Package) der EU. „Der Effizienz und Funktion der Regel- und Ausgleichsenergiemärkte kommt dabei eine besondere Bedeutung zu - die Koordination der beiden Übertragungsnetzbetreiber ermöglicht hierfür eine noch effizientere und effektivere Nutzung der großen österreichischen Reserven an sauberer Energie aus Wasserkraft“, so der Regulator abschließend.