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Strommarkt

Im Zuge der Liberalisierung der Energiemärkte in Europa können Verbraucher ihren Stromlieferanten am Markt frei wählen und mit diesem frei gestaltbare Lieferverträge abschließen. Der Großteil des elektrischen Stroms wird derzeit direkt zwischen Erzeugern und Abnehmern gehandelt, wobei auch Zwischenhändler (Broker) als Vermittler fungieren können (OTC-Handel = "Over the Counter"-Handel). Ein wachsender Bereich ist der Börsenhandel, bei welchem Erzeuger, Händler oder Stromabnehmer Verkauf- oder Kaufangebote an den Strombörsen abgeben, die Börsen Nachfrage- und Angebotskurven in Deckung bringen (Clearing) und so Preise und Liefermengen ermittelt werden.

Bilanzgruppen: Für eine ausgeglichene Strombilanz

Aus technischen Gründen muss für eine notwendige Frequenz- und Spannungsstabilität immer genauso viel Strom in das Stromnetz eingespeist werden, wie von den Abnehmern aus dem Netz entnommen wird.

Erzeuger und Abnehmer sind in so genannten Bilanzgruppen zusammengefasst, wobei jede Bilanzgruppe verpflichtet ist, Energieverbrauch und Erzeugung in ihrer Bilanzgruppe auszugleichen. Treten unvorhergesehene Schwankungen bei der Erzeugung (z. B. durch Kraftwerksausfälle, wechselnde Windgeschwindigkeiten bei der Windkraft) oder beim prognostizierten Verbrauch auf, dann muss die Energiebilanz im Netz vom Regelzonenführer durch Zuschaltung oder Abschaltung von Erzeugungseinheiten (z. B. von speziellen Regelkraftwerken) gewährleistet werden. Die Kosten für diese Ausgleichsmaßnahmen werden jener Bilanzgruppe verrechnet, welche die jeweilige Abweichung verursacht hat. Die Ermittlung der Abweichungen und die Verrechnung erfolgen in Österreich über einen unabhängigen Bilanzgruppenkoordinator, für die Regelzone APG ist das die APCS Power Clearing and Settlement AG.

Einrichten einer neuen Bilanzgruppe in der Regelzone APG

  • Die Registrierung einer neuen Bilanzgruppe erfolgt bei der APCS Power Clearing & Settlement (Kontakt: office@apcs.at). Die dortigen Mitarbeiter unterstützen gerne beim Registrierungsvorgang.
  • Die APCS prüft die Unterlagen und übermittelt, Austrian Power Grid AG, ein ausgefülltes Datenblatt.
  • Nach Erhalt des Datenblattes werden die entsprechenden Datenübermittlungsverträge ausgestellt und mit einem Begleitschreiben, aus welchem Sie die weiteren Schritte entnehmen können, an Sie übermittelt.

Seitens APG sind somit für den Registrierungsprozess folgende Anforderungen zu erfüllen:

  • Rücksendung der gegengezeichneten Datenübermittlungsverträge (APG jeweils als Übertragungsnetzbetreiber und als Regelzonenführer) samt ausgefüllter Beilagen
  • ein Datentest mit unserer Hauptschaltleitung (Kontakt: +43 (0) 50320 – 53220 +43 (0) 50320 – 53220) für den Versand der Fahrpläne

Der Stromhandel überschreitet die Grenzen

Die Liberalisierung des europäischen Energiemarktes infolge der EU-Stromhandelsverordnung 1228/2003 soll wurde eingeführt um einen europaweiten Marktplatz für den freien Stromhandel umzusetzen. Übergeordnetes Ziel darin  ist es, den Strom vor allem dort zu erzeugen, wo dies besonders wirtschaftlich und umweltschonend (Stichwort erneuerbare Energien) möglich ist, um dann, unter Nutzung dieser Vorteile bei der Stromerzeugung, diese Energie über Transportnetze dorthin zu liefern, wo sie aktuell benötigt wird. Die daraus resultierende Ersparnis soll entsprechend den Vorgaben der EU den Konsumenten (Industrie, Haushalte) zugutekommen oder zur Verbesserung der Erzeugungs- und Versorgungssituation beitragen (z. B. Förderung erneuerbarer Energie für den Klimaschutz oder Netzausbau).

Wesentlichstes Instrument zur Erreichung dieses Ziels ist die Liberalisierung des europäischen Strommarktes. Die erzeugte Energie wird demnach über freie Handelsmärkte (Strombörsen) den Interessenten (Händler, Regionale Energieversorger) angeboten, und es entsteht ein europaweites, transparentes und diskriminierungsfreies Handelssystem, von dem Erzeuger und Konsumenten gleichermaßen profitieren.