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Häufig gestellte Fragen

1) Was ist Tertiärregelreserve?

Die Tertiärregelreserve wird aktiviert, wenn die Abweichung der Regelzone länger als 15 Minuten andauert. Die Tertiärregelung dient der Entlastung der Sekundärregelung, damit diese wieder frei wird, um im Bedarfsfall die Primärregelung zu unterstützen bzw. wieder verfügbar zu machen. Die Tertiärregelung kann automatisch oder manuell aktiviert werden.

2) Was ist das Tertiärregelband?

Zur Stabilisierung der Netzfrequenz durch die Tertiärregelung muss eine Aktivierung der Regelreserve in beide Richtungen (höhere/verminderte Erzeugung) möglich sein. Das für die Tertiärregelung aktivierbare Leistungsband heißt Tertiärregelband.

3) Was passiert, wenn ein Anbieter eine eingegangene Verpflichtung zur Bereitstellung von Tertiärregelreserve aufgrund technischer Probleme nicht erfüllen kann?

Der Anbieter hat Austrian Power Grid AG unverzüglich telefonisch und ebenso per E-Mail zu informieren, wenn er seine Vorhaltungspflicht aufgrund technischer Probleme nicht mehr erfüllen kann.

Im Falle einer Nichterbringung gilt der Maßnahmenkatalog. (siehe Rahmendokumente TRR)

Ist der Ausfall auf grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz zurückzuführen, kann Austrian Power Grid AG eine Vertragsstrafe sowie Schadensersatz einfordern.

Bei wiederholter Verletzung der vertraglichen Verpflichtungen kann Austrian Power Grid AG den Rahmenvertrag mit dem Anbieter kündigen.

4) Kann ein Kraftwerk zugleich zur Tertiärregelung und zu anderen Zwecken verwendet werden?

Erzeugungseinheiten, die Tertiärregelreserve bereithalten, können daneben beliebige Fahrplan- und auch Reservelieferungen durchführen. Es muss jedoch gewährleistet sein, dass zu jedem Zeitpunkt das vereinbarte Tertiärregelband nachweislich frei verfügbar ist. D. h. ausgehend vom aktuellen Arbeitspunkt muss jederzeit sowohl eine Leistungserhöhung als auch Leistungsverminderung im vereinbarten Umfang und mit vereinbarter Qualität möglich sein.

5) Wie wird die Qualität der Tertiärregelung überprüft?

Der Anbieter muss Austrian Power Grid AG mittels Online-Übertragung zeitgestempelte Messwerte der einzelnen Erzeugungspools für das Monitoring zur Verfügung stellen.

Schließlich muss der Anbieter diese Werte auch selbst aufzeichnen, um Austrian Power Grid AG allfällig nicht übertragene Werte gegebenenfalls auch nachträglich zur Verfügung stellen zu können.

Nähere Spezifikationen finden sich in den Präqualifikationsunterlagen für die Tertiärregelung.

6) Gibt es einen Arbeitspreis für Tertiärregelenergie?

Bei der Tertiärregelenergie gibt es einen Arbeitspreis. Anhand der Arbeitspreise wird eine Abrufrangliste (Merit-Order List) erstellt, anhand deren die Abrufe durchgeführt werden.

7) Werden die einzelnen Gebote, die bei einer Ausschreibung abgegeben werden, veröffentlicht?

Am Ende des Angebotszeitraums der Marketmaker-Ausschreibung werden die Angebote nach Preisen gereiht – die billigsten Angebote zuerst –, bis die ausgeschriebene Menge an Tertiärregelreserve erreicht ist. Jeder Anbieter erhält den Preis vergütet, zu dem er angeboten hat. Veröffentlicht wird die anonymisierte Bieterliste der Ausschreibungen auf der Ausschreibungsplattform unter Ergebnisse.

Die Ergebnisse der Day-ahead-Ausschreibungen sind ebenfalls anonymisiert auf der Ausschreibungsplattform ersichtlich.

8) Was passiert, wenn es zu wenig Angebote gibt, um die volle benötigte Tertiärregelreserve bereitzustellen?

Für den Fall, dass die Menge der akzeptierten Angebote für Tertiärregelreserve kleiner als die ausgeschriebene Menge ist, kommt es zunächst zu einer zweiten Ausschreibung am Folgetag über die noch ausstehende Menge (Restmenge).

Bestehen nach einer weiteren Ausschreibung immer noch Fehlmengen, so kommt es in einem sogenannten „Last Call“ zu einer weiteren Ausschreibung. In diesem Fall fordert die APG die Anbieter zumindest per E-Mail und nach Möglichkeit telefonisch auf, noch verfügbare Leistungen anzubieten.

Genaue Informationen zum Prozedere finden sich in den Ausschreibungsbedingungen für die Tertiärregelung.