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Häufig gestellte Fragen

1) Was ist Sekundärregelreserve?

Die Sekundärregelreserve wird benötigt, um die Leistungsbandbreite der aktivierten Primärregelreserve wieder verfügbar zu machen. Die Sekundärregelung wird automatisch aktiviert, damit die Primärregelung entlastet und frei wird, um ihre Funktion zum Netzausgleich wieder erfüllen zu können. Die Sekundärregelung wird dann aktiviert, wenn die Beeinflussung des Netzes länger als 30 Sekunden dauert oder angenommen wird, dass sie länger als 30 Sekunden dauern wird. Davor wird die Abweichung des Netzes nur durch die Primärregelung abgedeckt.

2) Was ist das Sekundärregelband?

Zur Stabilisierung der Netzfrequenz durch die Sekundärregelung muss eine Aktivierung der Regelreserve in beide Richtungen (höhere/verminderte Erzeugung) möglich sein. Das für die Sekundärregelung aktivierbare Leistungsband heißt Sekundärregelband.

3) Müssen Kraftwerke, die Sekundärregelreserve bereitstellen, ständig in Betrieb sein?

Anbieter, die sich zur Bereitstellung von Sekundärregelreserve verpflichtet haben, müssen ihre Verpflichtung über den gesamten Lieferzeitraum ohne Unterbrechung erfüllen. Sekundärregelreserve kann generell nur in Anlagen bereitgestellt werden, die in Betrieb sind. Der Anbieter kann jedoch frei entscheiden, in welchen seiner präqualifizierten Erzeugungsanlagen die Sekundärregelreserve aktuell bereitgestellt wird. Es muss nur sichergestellt sein, dass die vereinbarte Vorhaltung in Summe erfüllt wird.

4) Was passiert, wenn ein Anbieter eine eingegangene Verpflichtung zur Bereitstellung von Sekundärregelreserve aufgrund technischer Probleme nicht erfüllen kann?

Der Anbieter hat der Austrian Power Grid AG unverzüglich telefonisch und ebenso per E-Mail zu informieren, wenn er seine Vorhaltungspflicht aufgrund technischer Probleme nicht mehr erfüllen kann.

Ist der Ausfall auf grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz zurückzuführen, kann die Austrian Power Grid AG eine Vertragsstrafe sowie Schadensersatz einfordern.

Bei wiederholter Verletzung der vertraglichen Verpflichtungen kann die Austrian Power Grid AG den Rahmenvertrag mit dem Anbieter kündigen.

5) Kann ein Kraftwerk zugleich zur Sekundärregelung und zu anderen Zwecken verwendet werden?

Erzeugungseinheiten, die Sekundärregelreserve bereithalten, können daneben beliebige Fahrplan- und auch Reservelieferungen durchführen. Es muss jedoch gewährleistet sein, dass zu jedem Zeitpunkt das vereinbarte Sekundärregelband nachweislich frei verfügbar ist. D. h. ausgehend vom aktuellen Arbeitspunkt muss jederzeit sowohl eine Leistungserhöhung als auch Leistungsverminderung im vereinbarten Umfang und mit vereinbarter Qualität möglich sein.

6) Wie wird die Qualität der Sekundärregelung überprüft?

Der Anbieter muss der Austrian Power Grid AG mittels Online-Übertragung zeitgestempelte Messwerte von Frequenz, Arbeitspunkt und Erzeugung der einzelnen Erzeugungseinheiten für das Monitoring zur Verfügung stellen.

Schließlich muss der Anbieter diese Werte auch selbst aufzeichnen, um der Austrian Power Grid AG allfällig nicht übertragene Werte gegebenenfalls auch nachträglich zur Verfügung stellen zu können.

Nähere Spezifikationen finden sich in den Präqualifikationsunterlagen für die Sekundärregelung.

7) Gibt es einen Arbeitspreis für Sekundärregelenergie?

Ja, bei der Sekundärregelenergie verwenden wir sowohl einen Leistungspreis als auch einen Arbeitspreis, wobei auf Basis der angebotenen Arbeitspreise eine Abrufliste (Merit-Order-List) erstellt wird. Die Abrufe von Sekundärregelenergie erfolgen entsprechend dieser MOL, beginnend beim günstigsten Angebot. Zur Vergütung kommt unabhängig von Abrufen die zugeschlagene Leistung (Leistungspreis) für die Bereitstellung von SRL sowie die tatsächlich abgerufene Energie (Arbeitspreis).

8) Werden die einzelnen Gebote, die bei einer Ausschreibung abgegeben werden, veröffentlicht?

Am Ende des Angebotszeitraums werden die Angebote nach Preisen gereiht – die billigsten Angebote zuerst –, bis die ausgeschriebene Menge an Sekundärregelreserve erreicht ist. Jeder Anbieter erhält den Preis vergütet, zu dem er angeboten hat. Veröffentlicht wird der Durchschnittspreis der akzeptierten Gebote je ausgeschriebener Zeitscheibe auf der Ausschreibungsplattform unter der Rubrik Ergebnisse.

9) Was passiert, wenn es zu wenig Angebote gibt, um die volle benötigte Sekundärregelreserve bereitzustellen?

Für den Fall, dass die Menge der akzeptierten Angebote für Sekundärregelreserve kleiner als die ausgeschriebene Menge ist, kommt es zunächst zu einer zweiten Ausschreibung über die noch ausstehende Menge (Restmenge).

Bestehen nach einer weiteren Ausschreibung immer noch Fehlmengen, so kommt es in einem sogenannten „Last Call“ zu einer weiteren Ausschreibung. In diesem Fall fordert die APG die Anbieter zumindest per E-Mail und nach Möglichkeit telefonisch auf, noch verfügbare Leistungen anzubieten.

Sollte auch nach dem „Last Call“ keine ausreichende Sekundärregelreserve vorhanden sein, hat die APG das Recht, Anbieter mit geeigneten technischen Erzeugungsanlagen zur Bereitstellung und Erbringung der Sekundärregelung zu verpflichten (Einweisung).