FAQ

Im Sinne eines transparenten Informationsaustausches werden nachfolgend alle bei APG eingegangenen Fragen zum Thema Netzreserve anonymisiert veröffentlicht. Da einige dieser Fragen eine Abstimmung mit der Regulierungsbehörde erfordern, kann die Beantwortung einige Zeit in Anspruch nehmen.



Frage 1:
Wie ist die Toleranzbereich von je einem Monat bei der temporären saisonalen Stilllegung nach oben und unten zu verstehen? Kann diese kurzfristig während des Vertrages entschieden werden, oder muss die Stilllegungsmeldung bereits den exakten Zeitraum umfassen?
Antwort:
Zum Zeitpunkt der Anzeige einer temporären saisonalen Stilllegung ist die Angabe des exakten Zeitraums noch nicht erforderlich. Der Zeitraum der Meldung muss sich aber auf den in §7 Abs. 1 Z 66b ElWOG 2010 angegeben Bereich beziehen. Der Zeitpunkt, bis zu welchem die Meldung des exakten Zeitraums erforderlich ist, wird spätestens bei der Veröffentlichung der Ausschreibungsbedingungen von APG bekannt gegeben.
Ergänzung: 
Sofern zum Zeitpunkt der Anzeige der Stilllegung der exakte Zeitraum schon bekannt ist, kann dies im Kommentarfeld des Formulars bereits angegeben werden.


Frage 2:
Ist für die verbindliche Stilllegungsanzeige ein Aufsichtsratsbeschluss erforderlich?
Antwort:
Nach 23a Abs 1 ElWOG 2010 müssen Stilllegungsanzeigen verbindlich sein. Die Erfordernisse für eine verbindliche Anzeige durch einen Kraftwerksbetreiber ergeben sich, nach den Erläuterungen zum Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespaket (Teil Änderungen ElWOG 2010), aus dem Innenverhältnis der Gesellschaft.
"Die Verbindlichkeit der Anzeige ergibt sich aus dem Innenverhältnis der das Kraftwerk betreibenden Gesellschaft. In Betracht kommt beispielsweise bei einer Aktiengesellschaft ein Beschluss des Aufsichtsrats. Bei kurzfristiger Nichtverfügbarkeit kann auch ein Beschluss der Geschäftsleitung ausreichen."


Frage 3:
Gibt es ein Formular zur Anzeige von Stilllegungen?
Antwort:
APG hat ein Formular zur verbindlichen Anzeige von Stilllegungen erstellt. Dieses und die Email-Adresse für die Meldungen sind auf der Seite Stilllegungsmeldungen veröffentlicht.


Frage 4:
Ist eine Revision bei einem saisonalen Netzreservevertrag möglich? Wie ist die Vergütung für die Netzreserve dabei gestaltet?
Antwort:
Eine Revision ist auch im Rahmen saisonaler Netzreserveverträge möglich. Die Behandlung von Revisionszeiten im Rahmen der Netzreservevergütung wird in den Ausschreibungsbedingungen von APG noch bekannt gegeben.


Frage 5:
Bleiben die bestehenden EPM Verträge (für die Vergütung der Abrufe) bestehen oder werden diese auch neu gestaltet.
Antwort:
Sollten bereits EPM Verträge zwischen APG und den Anbietern bestehen, behalten diese auch weiterhin ihre Gültigkeit. Notwendige Adaptierungen (z.B. Klarstellung von "Können und Vermögen") zu den bestehenden EPM-Verträgen, werden im Falle der Kontrahierung für die Netzreserve für alle Anbieter in den Allgemeinen Bedingungen zur Netzreserve (Netzreserveverträge) geregelt.
Sollte noch kein EPM Vertrag bestehen, ist dieser noch vor dem Beginn des Leistungszeitraums abzuschließen.


Frage 6:
Kann die Teilnahme an der Netzreserve seitens APG monatsweise versagt werden (siehe Drop-Out Regelung bei EPV)?
Antwort:
Eine Drop-Out Regelung ist nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen zur Netzreserve nicht vorgesehen.


Frage 7:
Wird es ein Stakeholder Meeting geben?
Antwort:
Aus aktueller Sicht ist eine Informationsveranstaltung (Webinar) im März 2021, also noch vor der Interessensbekundung, vorgesehen.


Frage 8:
Fallen nach Auffassung von APG auch Wasserkraftwerke unter die Meldeverpflichtung (zu § 23a ElWOG 2010)?
Antwort:
In § 23a ElWOG 2010 wird nicht zwischen Kraftwerkstechnologien unterschieden. In diesem Zusammenhang kann auf § 7 Abs 1 Z 20 iVm Z 38, Z 39 ElWOG 2010 verwiesen werden. Somit muss auch die Stilllegung von Wasserkraftwerken mit einer Engpassleitung von mehr als 20 MW verbindlich angezeigt werden.


Frage 9:
Bis zu welchem Enddatum bezieht sich nach Ansicht der APG die Verpflichtung einer Stilllegungsmeldung?
Antwort:
Da die Bedarfsermittlung ein jährlich rollierender Prozess ist, muss sich die Anzeige der Stilllegung zumindest auf den Zeitraum von einem Jahr beziehen. Darüber hinaus können auch längere temporäre Stilllegungen angezeigt werden. Stilllegungsdauern über zwei Jahre hinaus haben keine Auswirkungen auf die Ausschreibung der Netzreserve, da Netzreserveverträge max. auf zwei Jahre abgeschlossen werden dürfen


Frage 10:
Besteht aus der Meldung der Anlagenstilllegung, die bis zum 31.01.2021 an APG erfolgen muss, eine Verpflichtung zur Meldung der Stilllegung als Nichtverfügbarkeit gemäß REMIT.
Antwort:
Die verpflichtende Anzeige von Stilllegungen gemäß §23a Abs. 1 ElWOG ist von jenen gemäß REMIT separiert zu betrachten. Nach VO (EU) 543/2013 Art. 15 Abs. 1.a sind geplante Nichtverfügbarkeiten von Erzeugungseinheiten mit mindestens 100MW auch an ENTSO-E zu melden. Die Meldung erfolgt dabei über den für die Veröffentlichung von Marktdaten gewählten Anbieter (z.B. EEX). Nähere Information zu diesem Thema werden in den nächsten Tagen auf der Homepage der E-Control Austria veröffentlicht.


Frage 11:
Fallen längere Stillstände bzw. Nichtverfügbarkeiten, welche sich z.B. aus Instandhaltungsmaßnahmen, Um-/Erweiterungs-/Neubauten oder Revitalisierungen ergeben, aus Sicht der APG unter den Begriff "Revision“ oder unter „temporäre Stilllegungen“?
Antwort:
Temporäre Stilllegungen sind nach §7 Abs. 1 Z 66c ElWOG "vorläufige Maßnahmen mit Ausnahme von Revisionen und technisch bedingten Störungen, die bewirken, dass die Erzeugungsanlage innerhalb von 72 Stunden nicht mehr anfahrbereit gehalten wird, aber wieder betriebsbereit gemacht werden kann. Hiermit wird keine Betriebseinstellung der Anlage bewirkt“.
Aus Sicht von APG handelt es sich bei Nichtverfügbarkeiten, welche aufgrund von z.B. Instandhaltungsmaßnahmen eines Kraftwerks resultieren um Revisionen. Längere Nichtverfügbarkeiten (jedenfalls >3 Monate) aus technischen Gründen wie z.B. Um-/Erweiterungs-/Neubauten oder Revitalisierungen, sind als temporäre Stilllegungen anzuzeigen.
Des Weiteren sind Nichtverfügbarkeiten, bei denen sich der Kraftwerkseigentümer aus anderen technischen, rechtlichen oder betriebswirtschaftlichen Gründen dazu entscheidet das Kraftwerk vorübergehend nicht mehr zu betreiben, ebenfalls als temporäre Stilllegung anzuzeigen.


Frage 12:
Werden Revisionszeiträume für die Bewertung von Angeboten im Zuge der Ausschreibung berücksichtigt?
Antwort:
Die Behandlung von Revisionszeiten im Rahmen des Auswahlverfahrens wird in den Ausschreibungsunterlagen von APG noch bekannt gegeben. Die Ausschreibungsunterlagen werden aktuell mit der Regulierungsbehörde abgestimmt und bis Ende März veröffentlicht.


Frage13:
Wir sind an der neuen Ausschreibung für die Netzreserve interessiert. Wir ersuchen daher um etwaige weiterführende Informationen abseits der auf der Homepage befindlichen Unterlagen. Des Weiteren erbitten wir um Info sobald die Ausschreibung startet und um eine Information wie der Ausschreibungsprozess zeitlich ablaufen wird, sodass wir vorab schon die zeitlichen Ressourcen einplanen können.
Antwort:
Die Ausschreibungsunterlagen, welche den Prozess im Detail regeln, werden aktuell mit der Regulierungsbehörde abgestimmt und bis Ende März auf der Homepage der APG veröffentlicht. Der Ausschreibungsprozess wird, wie in §§ 24.a ff ElWOG 2010 bzw. § 111 Abs. 4 bis 6 ElWOG 2010 vorgegeben, spätestens mit 31.03.2021 starten und aus zwei Stufen (Interessensbekundung und Angebotsphase) bestehen, welche jeweils 4 Wochen dauern.


Frage 14:
Gibt es für die Periode 2021- 2023 schon Ergebnisse über den benötigten Netzreservebedarf Sommer wie Winter?
Antwort:
Der maximale Netzreservebedarf wird (nach § 23b Abs 2 ElWOG 2010) im Aufruf zur Interessensbekundung, also spätestens mit 31. März 2021, bekanntgegeben.


Frage 15:
Gibt es Unterscheidung zw. Sommer- und Winterbedarf? Wie erfolgt die Aufteilung auf ganzjährige und saisonale Verträge?
Antwort:
Der max. Netzreservebedarf sowie die relevanten Produkte wurden nach 23b (2) Z1 ElWOG 2010 im Aufruf zur Interessensbekundung veröffentlicht. Die detaillierten der Ergebnisse der Bedarfsanalyse werden nach 23a (3) ElWOG 2010 nach abgeschlossener Kontrahierung der Netzreserve bekanntgegeben.


Frage 16:
Erfolgt die Angebotslegung je Kraftwerksblock und zusätzlich je Standort (mehrerer Blöcke zusammengefasst)? Thema Kostensynergien bei Kontrahierung eines Standorts
Antwort:
In der Angebotslegung können mehrere Kraftwerksblöcke zu einem Summenangebot zusammengefasst werden, sofern auch Einzelangebote für die Blöcke gelegt werden. Weitere Informationen dazu sind in den Ausschreibungsunterlagen (Kapitel 5) veröffentlicht.


Frage 17:
Vertragsbedingungen: was sind die Eckpunkte, wie ist der weitere Zeitplan und die Einbindung der Stakeholder geplant?
Antwort:
Die Allgemeinen Vertragsbedingung und Ausschreibungsunterlagen sind seit 31.3.2021 auf der APG Homepage veröffentlicht. Fragen zur 1. Stufe des Verfahrens können bis 23.4.2021 unter netzreserve@apg.at eingebracht werden. 


Frage 18:
Sind Änderungen der Allgemeine Vertragsbedingungen geplant? Wenn ja, welche?
Antwort:
Die Allgemeinen Vertragsbedingungen der Netzreserve sind seit 31.3.2021 auf der APG Homepage veröffentlicht.


Frage 19:
Wann wird seitens APG geplant EPOS aktiv zu bringen?
Antwort:
Der operative Start für EPOS (Engpassmanagement Organisationssystem) ist im Q3/2021 geplant. Hierzu wird es durch das EPOS-Projektteam eine gesonderte Meldung an die betroffenen Vertragspartner geben.


Frage 20:
Bei einem Testabruf durch APG übernimmt aber APG auch die Kosten?
Antwort:
Die Kosten eines von APG veranlassten Testabrufs werden von APG getragen.


Frage 21:
Stellt eine coronabedingte Revisionsverschiebung aufgrund staatlicher Regeln einen Fall Höherer Gewalt dar?
Antwort:
Die Beantwortung dieser Frage ist freilich auf den Einzelfall abzustellen; Grundsätzlich sind behördlichen Verfügungen sowie Störungen, deren Abwendung nicht in der Macht der Vertragspartner steht als Höhere Gewalt in den Vertragsbedingungen angeführt. In Fällen Höherer Gewalt ruhen die diesbezüglichen beidseitigen Vertragspflichten.