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APG-Fachtagungen
Rückblick:

  • Fachtagung "Biodiversität an Leitungstrassen - 20 Jahre Nachhaltiges Trassenmanagement bei APG" (2018)
  • Fachtagung "Vogelschutz an Freileitungen" (2016)

Fachtagung „BIODIVERSITÄT AN LEITUNGSTRASSEN – 20 JAHRE NACHHALTIGES TRASSENMANAGEMENT BEI APG" 2018

Am 4.7. und 5.7.2018 fand im oberösterreichischen Schlierbach die von Sven Aberle initiierte APG-Fachtagung BIODIVERSITÄT AN LEITUNGSTRASSEN – 20 JAHRE NACHHALTIGES TRASSENMANAGEMENT BEI APG – statt. Wie schon 2 Jahre zuvor bei der Fachtagung zum Thema Vogelschutz an Freileitungen, begeisterten die spannenden und informativen Vorträge zu unterschiedlichsten ökologischen Maßnahmen und Artenschutzprojekten an Leitungstrassen, aber auch Exkursionen zu ausgewählten Maßnahmenflächen entlang der Trasse im Rettenbachtal und ins Umspannwerk Kronstorf die Tagungsteilnehmerinnen und Teilnehmer.


Erfolgsstory

Bereits im Jahr 1997 wurde das Forschungsprojekt „Ökologische und ökonomische Trasseninstandhaltung“ ins Leben gerufen und darauf aufbauend sukzessive mit der Gestaltung von Freileitungstrassen unter Einbeziehung ökologischer Gesichtspunkte begonnen. Seit über 20 Jahren also wird bei der APG besonderes Augenmerk auf die Potenziale gelegt, die eine ökologisch nachhaltige Trassenpflege für den Naturschutz und seine Ziele entfalten können – ohne dabei die Betriebssicherheit zu vernachlässigen.

So wurden in den letzten Jahren, neben der betrieblich notwendigen nachhaltigen Trassenpflege, auch zahlreiche vegetationsökologische Maßnahmen im Bereich des Grünlands und der Waldtrassen umgesetzt, welche durch die langjährigen Projektpartner und Fachexperten Ferdinand Lenglachner und Ernst Partl vorgestellt und deren Nutzen für Betrieb und Ökologie erläutert wurden. Zudem wurden in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Artenschutzprojekte in Kooperation mit NGOs wie BirdLife Österreich, der Vetmeduni Wien und dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde (FIWI) entwickelt und umgesetzt. Die Zoologen Rainer Raab und Richard Zink berichteten über aktuelle Forschungsergebnisse beim Sakerfalken-Schutzprojekt und der Telemetrierung von Rotmilanen, um deren Flug- und Wanderverhalten räumlich zu erfassen. Weiters erläuterte Andreas Kleewein vom Naturwissenschaftlichen Verein Kärnten die Bedeutung und das natürliche Potenzial von Mastfüßen als Trittsteinbiotop für viele seltene Arten.

Umfangreiches Programm mit internationalen Speakern

Welche Ziele und Maßnahmen in anderen europäischen Ländern umgesetzt werden und wie die Entwicklung des Nachhaltigen Trassenmanagements bei ELIA in Belgien und RTE in Frankreich erfolgte, konnte durch einen Gast-Vortrag von Jean-François GODEAU veranschaulicht werden.

Die Aktivitäten der APG im Bereich Biodiversität sind im vergangenen Jahr von Sigrid Ranger und Mathilde Stallegger vom Umweltdachverband genau unter die Lupe genommen worden. Die einzelnen Maßnahmen im Rahmen des nachhaltigen Trassenmanagements, welche dazu beitragen dem fortschreitenden Biodiversitätsverlust entgegen zu wirken, wurden äußerst positiv bewertet. APG ist in Österreich Vorreiter im Bereich des Engagements für die biologische Vielfalt durch die Wirtschaft und hat damit Vorbildwirkung für andere Unternehmen. Durch dieses positive Signal gestärkt soll in den kommenden Jahren das Business & Biodiversity-Netzwerk des Umweltdachverbandes weiter aufgebaut werden.

APG-Betriebsleiter Klaus Kaschnitz eröffnete die Tagung, Patrizia Dreier (VUM) moderierte sie charmant. Exkursionen zu Leitungstrassen im Raum Spital am Pyhrn und Winkling südlich von Ernsthofen und ins Umspannwerk Kronstorf rundeten das Programm ab. Die Tagung bot den Vertreterinnen und Vertretern der Länder (Umweltanwaltschaften und Behördensachverständigen) sowie der Technischen Büros und Biologen als auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der APG viel Raum für gegenseitigen Erfahrungsaustausch und damit einen Nährboden für viele neue Ideen.

Fachtagung: Vogelschutz an Freileitungen 2016

Von 20.4. bis 21.4.2016 wurde im burgenländischen Seewinkel die APG-Fachtagung zum Thema Vogelschutz an Freileitungen ausgerichtet – neben spannenden und informativen Vorträgen zu Schutzmaßnahmen und Artenschutzprojekten an Freileitungen, begeisterten vor allem die Exkursionen zu den markierten Leitungstrassen und die balzenden Großtrappen die Tagungsteilnehmer.

Bereits seit 1989 widmet sich die APG dem Thema „Leitungsmarkierung“, um das Kollisionsrisiko für Vögel zu minimieren. Im Zuge der Fachtagung wurde daher über den Stand der Technik von Schutzmaßnahmen an Freileitungen informiert, sowie aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Leitungsmarkierung und deren Wirksamkeit präsentiert.

Namhafte Ornithologen wie Mag. Gábor Wichman (BirdLife Österreich) erläuterten die unterschiedlichen Gefahren für Vögel durch Freileitungen und berichteten über verschiedene, im Laufe der Jahre angewendete und erprobte Schutzmaßnahmen. Mag. Dr. Rainer Raab veranschaulichte durch seine Exkursion, dass durch die Leitungsmarkierung an APG Leitungen die Mortalitätsrate der Westpannonischen Großtrappenpopulation deutlich reduziert werden konnte.

Durch Mag. Martin Pollheimer (coopNATURA) wurde der Einsatz eines Radargeräts zur Ermittlung von Flugintensitäten und Flughöhen vorgestellt, das insbesondere bei der Risikoabschätzung im Zusammenhang mit der Planung von Freileitungen eine wesentliche Unterstützung bietet.

Dr. Richard Zink vom FIWI (Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Vetmeduni Wien) und Mag. Andreas Kleewein (BirdLife Kärnten) stellten zwei besondere Artenschutzprojekte vor: Zum einen die Nisthilfen aus Aluminium, angebracht in schwindelerregender Höhe für den Sakerfalken in Ostösterreich und zum anderen die etwas kleinere Nistkasten-Ausführung aus Lärchenholz für den Wiedehopf im Kärntner Gailtal.

Expertinnen und Experten wie Dr. Dieter Haas vom Naturschutzbund Deutschland, sowie Dr. Remo Probst von BirdLife Österreich rundeten das Programm mit dem Thema Stromtod an Mittelspannungsleitungen ab und legten dar, wie durch einfache Maßnahmen (z.B.  durch sogenannte Vogelschutzhauben) das Stromtod-Risiko praktisch gegen Null reduziert werden kann. Durch Frau Mag. Margit Zohmann (BOKU Wien) wurde außerdem die Problematik an Liften, Leitungen und Zäunen für Raufußhühner beleuchtet. Dr. Georg Frank, Generalsekretär von DANUBEPARKS, dem Netzwerk der Donau-Schutzgebiete, wagte optimistisch den Blick in die nahe Zukunft und berichtete über ein geplantes Projekt, das 2017 in Kooperation mit den Leitungsbetreibern - allen voran der APG - starten wird und sich für eine Minimierung der Vogel-Kollisionen entlang der Donau einsetzen wird.

Wie von der APG einleitend dargestellt bzw. an der breiten Palette der Vorträge ersichtlich, sind die Bemühungen der APG hinsichtlich fachlichem Austausch und nachhaltiger Kooperationen mannigfaltig, insbesondere um Eingriffe in Naturräume und in die Lebensumwelt des Menschen durch innovative und umweltverträgliche Herangehensweisen zu minimieren.  Am Beispiel der Übersiedelung eines Storchennestes bei Baldramsdorf (KTN) wurde das Engagement und der pragmatische Lösungsansatz der APG unterstrichen.

Die Tagung fand in der St. Martins Therme & Lodge im burgenländischen Seewinkel statt und wurde durch VERBUND Umwelttechnik (VUM) - federführend durch DI Britt Egger - organisiert. Die Tagesleitung oblag Herrn Sven Aberle und durch die Tagung führte Dr. Christian Bellina (VUM).

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Seit über 20 Jahren engagiert sich APG für den Vogelschutz an Hoch- und Höchstspannungsfreileitungen.