BESPRECHUNG_pf120316_p45-8216-eciRGB8

BVwG bestätigt positven Bescheid

Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) in Wien hat am 5.3.2019 die Umweltverträglichkeit eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Republik bestätigt: Mit der Realisierung der Salzburgleitung wird die Stromversorgung Salzburgs und Österreichs sichergestellt. Darüber hinaus ist die Leitung ein wesentlicher Faktor zur Erreichung der österreichischen Klimaziele.

Das Bundesverwaltungsgericht hat nach der mündlichen Verhandlung im Juli 2017 und sorgfältiger Prüfung sämtlicher Argumente in dem heute veröffentlichten Erkenntnis den positiven UVP-Bescheid der Salzburger Landesregierung für die eingereichte Trassenführung der 380-kV-Freileitung bestätigt.

Die wichtigsten Gründe für den Bau der Salzburgleitung

Versorgungssicherheit in Salzburg und Österreich wird deutlich verbessert
Die bestehende 220-kV-Stromleitung der APG, die vom Umspannwerk Salzburg (Elixhausen) über das Hagengebirge zum Umspannwerk Tauern (Kaprun) führt, wurde 1960 errichtet. Nach langer Betriebszeit ist mittlerweile dringend eine Modernisierung notwendig: Das Bundesland Salzburg bezieht durchschnittlich mehr als 50 Prozent des benötigten Stroms aus dem Netz der APG. Mit dem Bau der 380-kV-Salzburgleitung wird die stabile Stromversorgung des Landes weiterhin gewährleistet. Auch die Versorgungssicherheit Österreichs insgesamt wird verbessert, weil die neue Leitung die Ansprüche des prognostizierten höheren Stromverbrauchs der kommenden Jahrzehnte erfüllt.

Zentrales Projekt zur Erreichung der österreichischen Klimaziele
Die Salzburgleitung ist eines der zentralen Energiewende-Projekte der Republik: Das Stromaufkommen aus sauberer Ökoenergie, insbesondere aus Windkraft, hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Die Salzburgleitung verbindet die Windkraft-Hotspots im Osten des Landes mit den Speicherkraftwerken in den Alpen und ist damit ein wesentlicher Faktor für die effiziente Nutzung sauberer Ökoenergie: Überschüssiger Windstrom, der nicht vor Ort verbraucht wird, kann damit zu den „Grünen Batterien“ transportiert und dort gespeichert werden. Bei Bedarf kann der Strom dann wieder von den Speicherkraftwerken abgerufen werden.

Weniger Stromleitungen durch Salzburg
Die Hochspannungsleitung ist außerdem ein wichtiger Schritt zur Umsetzung des umfangreichen Netzkonzepts der Salzburg Netz GmbH: In einigen Abschnitten können Leitungen der Salzburg Netz GmbH mit der neuen Salzburgleitung mitgeführt werden. Teil des Projekts ist zudem die Demontage der alten 220-kV-Leitung der APG. In Summe wird es in Salzburg künftig 65 Leitungskilometer und 229 Maste weniger geben als heute.

Rund 800 Mio. Euro Investitionsvolumen, 7.000 Arbeitsplätze
Mit dem Bau der Salzburgleitung kann ein geplantes Investitionsvolumen rund 800 Millionen Euro realisiert werden. Dies hat über die Bauzeit die Schaffung von rund 7.000 Arbeitsplätzen zur Folge, etwa 2250 davon in Salzburg.

Die Salzburgleitung ist mit größter Sorgfalt und unter intensiver Einbeziehung der betroffenen Anrainer geplant und vorbereitet worden. Die eingereichten Unterlagen umfassen 11.000 Seiten und 1.200 Pläne; zu 23 Fachbereichen wurden Expertengutachter und Spiegelgutachter von Behörden bestellt.

Die wichtigsten Projektdaten auf einen Blick

 Investitionsvolumen

rd. 800 Mio. Euro

 Gesamtlänge 128 km
 Neubau Leitungen  
 davon 380-kV-Leitungen  114 km
 davon 220-kV-Leitungen  14 km
 110-kV-Verkabelung  6,7 km
 Neubau Strommaste  449
 davon 380 kV  404
 davon 220 kV  45
 Demontagen  
 220/110-kV-Leitungen  193 km
 Maste  678
 Mitführungen  
 110-kV-Leitungen  38 km
 Umspannwerke  
 davon Neubau  2
 davon Umbau/Adaptierung  4
 Gemeinden:  36