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38 Mio. Euro für Kärntens Stromversorgung: Neuer Großtransformator ist am Netz

APG verbessert Ausfallsicherheit & Anbindung an Windenergie

26.04.2018

Der neue Großtransformator im APG-Umspannwerk (UW) Obersielach bei Völkermarkt ist unter Hochspannung. Im September 2017 wurde der 800 Tonnen schwere und 7,5 Mio. Euro teure 380/220-kV-Trafo in drei Etappen angeliefert. Nach sechs Monaten, die zur Installation und Montage des Trafos sowie für umfassende Funktionstests genutzt wurden, erfolgte heute die Anbindung an das österreichische Stromnetz. Der neue Transformator erhöht wesentlich die Stromversorgungs- und Ausfallsicherheit Kärntens. Darüber hinaus verbessert er die Verbindung zwischen den Windkraftwerken in Ostösterreich und den Speicherkraftwerken in Malta und Reißeck.

Das UW Obersielach ist der größte und wichtigste Strom-Anspeisepunkt für den Zentralraum Kärnten aus dem übergeordneten 380/220-kV-Netz und aus diesem Grund besonders wichtig für die Stromversorgung des Landes. Von hier aus wird das Stromnetz der Kärnten Netz GmbH und damit ein Großteil der Kärntner Haushalte und Wirtschaftsbetriebe mit Strom versorgt. Die größten Kärntner Wasserkraftwerke an der Drau (Rosseg, Feistritz, Edling, Schwabeck und Lavamünd) speisen direkt in das UW Obersielach ein.

APG verbessert Nutzung klimafreundlicher Windenergie

Zudem ist Obersielach ein wichtiger Knotenpunkt im österreichweiten Stromnetz der APG: Neben zahlreichen wichtigen Versorgungsleitungen verbindet es die Kraftwerksgruppen Malta und Reißeck mit den Windkraftanlagen im Osten des Landes. Überschüssiger Windstrom, der nicht vor Ort verbraucht wird, kann so zu den „Grünen Batterien“, den Speicherkraftwerken in den Alpen transportiert und dort gespeichert werden. Bei Bedarf kann der Strom dann wieder von den Speicherkraftwerken abgerufen werden. Der neue Transformator verstärkt diese Verbindung und verbessert so die Nutzung klimafreundlicher Windenergie.

Auf Nummer sicher: Umfangreiche Funktionstests vor der Trafo-Inbetriebnahme

Im Vorfeld der Inbetriebnahme fanden umfangreiche Funktionstests statt. „Der sichere Betrieb muss von der ersten Sekunde an gewährleistet sein. In den vergangenen Monaten haben wir jede einzelne Steuerungskomponente, jede Schutzfunktion und jede Gefahrenmeldung genauestens überprüft,“ berichtet APG-Projektleiter Wolfgang Ranninger. Funktionieren Steuerung und Regelung? Kommen die Befehle aus dem Kontrollzentrum beim Trafo an? Sendet der Trafo korrekte Messewerte zurück ans Kontrollzentrum? „Erst wenn alles einwandfrei funktioniert, wird der Transformator für die Anbindung ans Stromnetz freigegeben“, so Ranninger.

Der Tag der Inbetriebnahme: Ein neuer Großtransformator geht ans Netz

Aus Sicherheitsgründen wird der Großtransformator nicht sofort direkt ans Stromnetz angeschlossen. Stattdessen wird er am Tag der Inbetriebnahme mit dem Kraftwerk (KW) Edling verbunden. „Ein Generator des Kraftwerks Edling fährt den neuen Transformator Schritt für Schritt von Null bis auf seine maximale Nennspannung hoch. Das Ziel sind 220.000 Volt", erklärt Ranninger.

Während dieser ca. drei Stunden andauernden Phase stehen die verantwortlichen Inbetriebnahme-Techniker der APG in ständigem Kontakt mit dem KW Edling. Mitarbeiter des Kontrollzentrums im UW Obersielach überwachen während der gesamten Inbetriebnahme die Monitore und kontrollieren die Messwerte. Ranninger: „Abschließend überprüfen wir, ob alle Gerätschaften unter echten Betriebsbedingungen ordnungsgemäß funktionieren. Ist das der Fall, schließen wir den Trafo an das österreichische Stromnetz an.“ Ab jetzt sorgen sechs Trafos in Obersielach dafür, dass in Kärntens Haushalten und Betrieben rund um die Uhr zuverlässig der Strom aus der Steckdose kommt.

Insgesamt sind elf Mitarbeiter der APG beteiligt, wenn ein Transformator dieser Größe ans Netz geht. Techniker vom Hersteller sowie 10 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Völkermarkt sind ebenfalls vor Ort.

Obersielach: Wichtig für Kärnten und ganz Österreich

Obersielach ist eines der größten und wichtigsten Umspannwerke Österreichs. Um die Stromversorgung sowohl in der Region als auch österreichweit auch in Zukunft gewährleisten zu können, finden in der Anlage seit Herbst 2016 umfangreiche Bauarbeiten statt. Die Installation des zusätzlichen Transformators ist eine Maßnahme im Rahmen dieses Projekts. In Summe investiert die APG bis zum Herbst 2019 rund 38 Mio. Euro in den Standort Völkermarkt.

Fotocredit: Erich Varh/APG

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Unter Hochspannung: Der neue Transformator verbessert die Stromversorgung Kärntens und verbindet die Windkraftanlagen in Ostösterreich mit den Speicherkraftwerken Malta und Reißeck.

Foto: Erich Varh/APG