photocasediiccamm55418602_News_Header_978_415

APG ab 2012 Regelzonenführer für ganz Österreich

22.12.2011

Die Austrian Power Grid AG ist ab 2012 auch Regelzonenführer in Vorarlberg. Die Vorarlberger Übertragungsnetz GmbH und die Austrian Power Grid AG gehen eine enge Kooperation betreffend den Betrieb des Übertragungsnetzes ein. Das Vorarlberger Übertragungsnetz bleibt im Eigentum der Vorarlberger Übertragungsnetz GmbH. Damit ist eine kosteneffiziente Umsetzung des 3. EU Liberalisierungspaketes gewährleistet.

 

Austrian Power Grid AG, Vorarlberger Übertragungsnetz GmbH und die Regulierungsbehörde E-Control geben eine wesentliche Weichenstellung im österreichischen Hoch- und Höchstspannungsnetz bekannt. Ab 2012 gehen die VERBUND-Netztochter und die Vorarlberger Übertragungsnetz GmbH, eine Tochter des Vorarlberger Energiedienstleisters illwerke vkw und dem Land Vorarlberg, eine enge Kooperation hinsichtlich des Betriebes des Vorarlberger Übertragungsnetzes ein.

Auslöser für diese enge Kooperation war das Dritte Energiemarkt-Liberalisierungspaket (3rd Package) der EU und die damit verbundenen Bestimmungen zur Entflechtung des Markt- und Infrastrukturteils, die in Österreich vom Wirtschafts- und Energieministerium über das ElWOG umgesetzt wurden. Die jetzige Kooperation ermöglicht eine kosteneffiziente Umsetzung der Vorgaben für Übertragungsnetzbetreiber aus diesem Paket. „Die Übertragungsleitungen bleiben weiterhin in Vorarlberger Hand und damit ist diese für Vorarlberg wichtige Infrastruktur auch für die nachfolgenden Generationen gesichert“, so illwerke vkw Vorstand Dr. Christof Germann. Die steigenden Anforderungen an die Übertragungsnetzbetreiber hätten in Vorarlberg zu markanten Mehrkosten im Netzbetrieb geführt.

Wesentlicher Bestandteil dieser Kooperation ist die Zusammenfassung der bisher getrennten Regelzonen zu einer Regelzone unter Führung der APG. Damit ist die Austrian Power Grid AG nunmehr Regelzonenführer für ganz Österreich. In dieser Funktion ist die APG für den physikalischen Ausgleich zwischen Stromaufbringung und Strombedarf in der gesamten Regelzone – und das ist ab 2012 ganz Österreich – verantwortlich. „Die Austrian Power Grid AG hat den gesetzlichen Auftrag, das Hoch- und Höchstspanungsnetz in der Regelzone zuverlässig, leistungsfähig und diskriminierungsfrei zu betreiben und zu erhalten“, so Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer, für den Netzbereich zuständiges Vorstandsmitglied bei VERBUND.

 

Mitterlehner: Nachhaltige Vorteile durch mehr Versorgungssicherheit und Effizienz

"Die bessere Zusammenarbeit der österreichischen Netzbetreiber hilft, Synergiepotenziale zu heben und auch im Bereich des Netzausbaus über Unternehmensgrenzen hinweg zu agieren", betont Wirtschafts- und Energieminister Dr. Reinhold Mitterlehner zur neuen Zusammenarbeit. "Damit wird langfristig die Versorgungssicherheit garantiert und erhält der Energiehandel eine solide Infrastrukturbasis. Gleichzeitig kann so das große Wasserkraft-Potenzial Vorarlbergs optimal genutzt werden", so Mitterlehner. Durch die Zusammenarbeit ergeben sich zudem im europäischen Stromhandel Vereinfachungen, da es in Österreich nur mehr einen Ansprechpartner gibt und die Systemvereinheitlichung im Ausgleichsenergiemarkt Synergiepotenziale hebt.

„Die Vorbereitungszeit dauerte rund ein Jahr. Von den ersten Gesprächen mit dem Vorarlberger Energiedienstleister illwerke vkw bis zum Start der Kooperation waren umfangreiche technische und rechtliche Vorarbeiten notwendig“, so Austrian Power Grid AG Vorstand Mag. Thomas Karall. Die Steuerung der erweiterten Regelzone und des Übertragungsnetzes erfolgt von der Hauptschaltleitung in Wien Südost aus, die 2009 neu eröffnet und bereits auf die neuen Aufgaben ausgelegt wurde.

Der Vorstand der Regulierungsbehörde E-Control, DI Walter Boltz, begrüßt die Zusammenführung der beiden Regelzonen als wichtigen Meilenstein in der langjährigen positiven Entwicklung des österreichischen Elektrizitätsmarktes und als besonders wichtigen Beitrag zur zukunftsorientierten Stromversorgung aller österreichischen Stromkunden. „Der Effizienz und Funktion der Regel- und Ausgleichsenergiemärkte kommt dabei eine besondere Bedeutung zu – die Kooperation der beiden Übertragungsnetzbetreiber ermöglicht hierfür eine noch effizientere und effektivere Nutzung der großen österreichischen Reserven an sauberer Energie aus Wasserkraft“, so der Regulator abschließend.