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Vorhalteleistung EPV

Vorhalteleistung zur Engpassvermeidung (EPV) für den Zeitraum 1.10.2018-30.9.2023: Aufruf zur Interessensbekundung

APG hat gemäß § 23 Abs. 2 Z 5 ElWOG 2010 Engpässe in Übertragungsnetzen zu ermitteln sowie die Maßnahmen zur Vermeidung, Beseitigung und Überwindung von Engpässen in Übertragungsnetzen durchzuführen. Sofern für die Vermeidung oder Beseitigung eines Netzengpasses erforderlich, hat APG in Abstimmung mit den betroffenen Betreibern von Verteilernetzen im erforderlichen Ausmaß und für den erforderlichen Zeitraum mit den Erzeugern Verträge abzuschließen, wonach diese zu gesicherten Leistungen (Erhöhung oder Einschränkung der Erzeugung, Veränderung der Verfügbarkeit von Erzeugungsanlagen, Vorhaltung von Leistung mit geeigneter Vorlaufzeit) gegen Ersatz der wirtschaftlichen Nachteile und Kosten, die durch diese Leistungen verursacht werden, verpflichtet sind.

Basierend auf den betrieblichen Erfahrungen der vergangenen Jahre, den absehbaren Auswirkungen größerer Netzausbauprojekte während deren Errichtungszeit, den Rückmeldungen größerer Kraftwerksbetreiber auf eine Verfügbarkeitsabfrage der APG sowie einer von APG in Auftrag gegebenen Studie hat APG für den Zeitraum 1.10.2018 – 30.9.2023 einen Bedarf an gesicherter Leistung im Sinne einer Vorhaltung von Leistung mit geeigneter Vorlaufzeit (Vorhalteleistung EPV) festgestellt.

Zur Kontrahierung dieser Leistung erfolgt hiermit in einer ersten Phase der Aufruf zur Interessensbekundung, wobei folgende Kriterien bzw. nachstehende Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen, damit eine Anlage im weiteren Verfahren berücksichtigt werden kann:

Einspeiseort

  • Die Rückspeisung der aus der Anlage erzeugten Energie in das 380/220-kV-Übertragungsnetz der APG hat überwiegend (>50%) in dem in nachstehender Grafik markierten Netzbereich zu erfolgen.

Vorhalteleistung Engpassvermeidung 

Mindestgröße

  • Die Anlage muss über eine Einspeiseleistung von mindestens 25 MW oder über einen Ebene 3 (110 kV) – Netzanschluss verfügen.
  • Kleinere Anlagen können durch einen Aggregator als Anlagen-Pool zusammengefasst werden, sofern sie in Summe eine Einspeiseleistung von mindestens 25 MW aufweisen und die einzelnen technischen Einheiten alle sonstigen Kriterien erfüllen sowie jeweils über eine Einspeiseleistung von mindestens 5 MW verfügen.

 

 Technologie / Möglichkeiten der Marktteilnahme

  • Es besteht keine Einschränkung auf eine bestimmte Technologie der Anlage. Als EPV-Anlage kommen nur jene Anlagen in Frage, welche ohne Kontrahierung als EPV-Anlage eine geringere Verfügbarkeit (längere Vorlaufzeit) aufweisen würden
  • Es ist zu berücksichtigen, dass während der Vertragslaufzeit monatlich die Option für den Anlagenbetreiber bestehen wird, eine Anlage für Lieferungen am Strommarkt einzusetzen. In diesem Fall ruhen die Zahlungsverpflichtungen der APG, während die Verpflichtung des Anlagenbetreibers zur Verfügbarhaltung der Anlage aufrecht bleibt. In den anderen Monaten, in denen die Anlage ausschließlich durch APG im Rahmen des Engpassmanagements eingesetzt wird, besteht keine Abrufgarantie.

 
Betriebliche Kriterien

  • Die Vorlaufzeit – Zeit bis zum Erreichen der Nennleistung ab Anforderung (Kaltstart) – darf maximal 10 Stunden betragen.
  • Die Zeit für eine neuerliche Aktivierung (Herunterfahren + Mindeststillstandzeit + anschließendes Hochfahren bis Nennleistung) darf maximal 34 Stunden betragen
  • Revisionen während der Kontrahierungszeit werden von APG in Abstimmung mit dem Anlagenbetreiber festgelegt.

 

Alle Betreiber von Anlagen, welche obige Kriterien erfüllen, werden ersucht, ihr Interesse zu bekunden. Die Interessensbekundung hat mit dem als Download zur Verfügung stehenden Formular zu erfolgen. Die ausgefüllten Formulare sind bis spätestens 27.4.2018 – 12:00 Uhr per e-mail an office.USR@apg.at zu übermitteln. Der Eingang wird von APG per e-mail bestätigt.

Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Evaluierung der Eignung der gemeldeten Anlagen. Die Betreiber der geeigneten Anlagen werden sodann in einer zweiten Phase zur Bekanntgabe der wirtschaftlichen Nachteile und Kosten gemäß § 23 Abs. 2 Z 5 ElWOG 2010 aufgefordert. Die hierfür notwendigen detaillierten Rahmenbedingungen werden noch rechtzeitig im Vorfeld bekannt gegeben. Die Bekundung des Interesses ist für den Anlagenbetreiber unverbindlich.

Antworten zu Anfragen betreffend die erste Phase des Verfahrens, die bis zum 17.4. eingelangt sind, finden Sie hier.