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Ausgleichsenergiepreise

Die Verordnung (EU) 2017/2195 zur Festlegung einer Leitlinie über den Systemausgleich im Elektrizitätsversorgungssystem (Guideline on Electricity Balancing, kurz EBGL) ist in den Mitgliedsstaaten direkt anwendbar, spezielle Artikel treten mit 18.12.2018 in Kraft. Artikel 44 legt die Grundsätze der Ausgleichsenergieverrechnung, Artikel 55 Details den Ausgleichsenergiepreis betreffend fest. Daher tritt mit 01.01.2019 ein neues, von APG unter aktiver Einbindung der Branche, APCS, E-Control und dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) entwickeltes Ausgleichsenergiepreismodell in Kraft.

APG veröffentlicht indikative Ausgleichsenergiepreise für die Regelzone APG. Bitte beachten Sie, dass die hier veröffentlichten Werte auf Basis vorläufiger Daten abgeschätzt werden und kontinuierlich nachträglichen Aktualisierungen unterworfen sind.

Berechnungsmethode:

Der Ausgleichsenergiepreis berechnet sich für negative Bilanzkreisabweichungen als das Maximum aus dem gewichteten Durchschnittspreis positiver aktivierter Regelarbeit und dem ermittelten Börsenpreisindikator; für positive Bilanzkreisabweichungen als das Minimum aus dem gewichteten Durchschnittspreis negativer aktivierter Regelarbeit und dem ermittelten Börsenpreisindikator.

Der gewichtete Durchschnittspreis aktivierter Regelarbeit wird auf Basis der für Österreich aktivierten Regelenergie (Sekundärregelenergieabrufe, Tertiärregelenergieabrufe) ermittelt.

Der Börsenpreisindikator wird auf Basis des Intraday-Indikators ID3 und bei geringer Liquidität (Unterschreiten des Schwellenwertes) unter gewichteter Berücksichtigung des DA-Indikators Market Coupling Preis der EPEX SPOT ermittelt.

Details finden sich in den Allgemeinen Bedingungen des Bilanzgruppenkoordinators (AB-BKO) (Anhang Ausgleichsenergiebewirtschaftung) hier

VERÖFFENTLICHUNG INDIKATIVE AUSGLEICHSPREISE

Kostenneutralität des ÜNB

Die Kostentragung der neuen Ausgleichsenergiebewirtschaftung sieht entsprechend der von E-Control genehmigten AB-BKO (Anhang Ausgleichsenergiebewirtschaftung) vor, dass die Kosten aller Regelenergiekomponenten über die Einnahmen aus der Ausgleichsenergieverrechnung an die Bilanzgruppen getragen werden. Dies umfasst die gesamten Kosten aus Sekundärregelenergie, Ausfallsreserveenergie und Tertiärregelenergie sowie die Kosten des Imbalance Nettings und die Kosten des Ungewollten Austausches und darüber hinaus allfällige Pönalen und Nichtvergütungen.

Durch die Anwendung der neuen Ausgleichsenergiepreisformel ist eine exakte Kostendeckung nicht mehr zwingend zu erwarten, vielmehr werden sich Mehr- oder Mindereinnahmen aus der Ausgleichsenergieverrechnung ergeben. Artikel 44 (2) der EBGL verpflichtet die Regulierungsbehörde, die finanzielle Neutralität des ÜNBs sicherzustellen und ein allfälliges finanzielles Ergebnis aus der Abrechnung nach anwendbaren nationalen Bestimmungen an die Netznutzer weiterzugeben. Da aktuell keine anwendbaren nationalen Bestimmungen bestehen, sind auf Empfehlung der E-Control die Mehr-/Mindererlöse aus der Ausgleichsenergieverrechnung vom Regelzonenführer so lange zu verwahren, bis ihre Weitergabe bzw. Aufbringung gesetzlich geregelt ist.

Nach jeder monatlichen Abrechnung veröffentlicht APG hier das finanzielle Ergebnis aus der Ausgleichsenergieverrechnung

Hier findet sich der Antrag auf Genehmigung eines Zusätzlichen Abrechnungsmechanismus zur Verrechnung der Tertiärregelleistungskosten.

Weiterführende Informationen finden sich im Explanatory Document.