Internationale Primärregelreservekooperation um Frankreich erweitert

16.01.2017

Am 10. Januar fand für den Lieferzeitraum der dritten Kalenderwoche 2017 die erste erfolgreiche grenzüberschreitende Auktion für Primärregelreserve (PRR) in Kooperation mit dem französischen Übertragungsnetzbetreiber RTE statt. Dies teilten jetzt die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, APG, Elia, RTE, Swissgrid, TenneT und TransnetBW mit. Die gemeinsame wöchentliche Ausschreibung von Primärregelreserve beinhaltet nun österreichische, belgische, niederländische, deutsche, französische und schweizerische Regelreserveanbieter.

Die PRR ist das flexibelste Regelreserveprodukt das von den Übertragungsnetzbetreibern beschafft wird. Sie reguliert automatisch und ununterbrochen positive und negative Frequenzabweichungen im Stromnetz innerhalb von 30 Sekunden.

Mit einem Gesamtbedarf von rund 1400 Megawatt (MW), was fast der Hälfte der benötigten PRL von Kontinentaleuropa entspricht, ist der gemeinsame PRR-Markt der größte in Europa.  Dieser regionale Markt handelt mit PRR im Wert von rund 200 Million Euro pro Jahr. Der Beitritt von West-Dänemark ist für die Zukunft ebenfalls geplant.

Die gemeinsame Auktion erlaubt es den Übertragungsnetzbetreibern die PRR dem Endkunden zu minimalen Kosten bereitzustellen und den Regelreserveanbietern gleichzeitig einen großen gemeinsamen Markt zur Verfügung zu stellen. Die öffentlich einzusehenden Preissignale der PRR-Auktion setzen einen klaren Referenzwert für aktive Investoren mit neuen Technologien, wie zum Beispiel steuerbaren Lasten oder Batterien.

Diese freiwillige Initiative der Übertragungsnetzbetreiber, welche in Abstimmung mit den nationalen Regulierungsbehörden eingeführt wurde, ist ein Schritt in Richtung eines einheitlichen europäischen Regelreservemarktes, der zukünftigen „Guideline on Electricity Balancing“ und dem „Clean Energy for All European“ package.
Um die neuen Herausforderungen bewältigen zu können, wollen die Übertragungsnetzbetreiber mithilfe einer öffentlichen Befragung die Kooperation verbessern: https://consultations.entsoe.eu/